Direkt zum Inhalt springen
MOROCCOFRUIT TRADE, zur Startseite

Allgemeine Informationen

Bei Avocados entscheiden drei Angaben über den Artikel: die Sorte, das Kaliber als Stückzahl je Karton sowie der Reifegrad bei Übergabe. Die Frucht wird hart geerntet und reift erst danach, deshalb ist der Reifegrad hier eine Bestellangabe und keine Eigenschaft der Ernte. Diese Seite nennt je Handelsform die Werte, die in eine Spezifikation gehören. Die Verfügbarkeit prüfen wir je Kalenderwoche.

Handelsformen
Hass sowie die grünschaligen Sorten, im Handel Greenskin
Vermarktungsnorm
allgemeine Vermarktungsnorm, keine gesetzliche KlasseneinteilungDelegierte Verordnung (EU) 2023/2429, Artikel 4 Absatz 1 und Anhang I Teil A
Mindesttrockenmasse
21 Prozent bei Hass, 20 Prozent bei Fuerte, 19 Prozent bei nicht namentlich genannten SortenUNECE-Norm FFV-42, im Unionsrecht nicht unmittelbar geltend
Größenangabe
Größencode nach Gewichtsspanne, im Handel als Stückzahl je 4-kg-Karton geführtUNECE-Norm FFV-42, Stückzahl je Karton handelsüblich
Transporttemperatur
8 bis 12 °C bei ungereifter Ware, 5 bis 7 °C nach der ReifungTransport Information Service des GDV
Status
Verfügbarkeit auf Anfrage

Einordnung

Marokkanische Avocados im deutschen Wintersortiment

Der marokkanische Avocadoanbau liegt im Norden des Landes, in einem schmalen Küstenstreifen zwischen dem Raum nördlich von Rabat und Larache. Das Länderprofil von CIRAD und Hass Avocado Board beschreibt diesen Gürtel als etwa 140 km lang bei 7 bis 8 km Breite mit den Schwerpunkten Kenitra, Sidi Allal Tazi, Moulay Bousselham und Larache. Er verbindet sandig-lehmige, gut entwässerte Böden mit milden Wintern um 7 bis 9 °C im Januar sowie mit 350 bis 520 mm Jahresniederschlag, womit er zu den regenreichsten Agrarzonen des Landes zählt. Vier Grundwasserleiter, gespeist vor allem aus Sebou und Loukkos, liefern das Bewässerungswasser.

Die Fläche ist in wenigen Jahren stark gewachsen. Dieselbe Quelle nennt für Anfang 2023 etwa 11.000 bis 12.000 Hektar gegenüber rund 4.000 Hektar im Jahr 2018 und weist die Angabe ausdrücklich als Schätzung aus, weil die letzte amtliche Agrarzählung von 2016 stammt. Die Ausfuhr stieg von 33.142 Tonnen in der Saison 2019/20 auf 42.307 Tonnen in der Saison 2021/22, knapp 90 Prozent davon gingen nach Spanien, Frankreich und in die Niederlande. Einzelne Saisons schwanken dabei stark mit der Witterung.

Das Sortenbild ist eindeutig auf Hass ausgerichtet. Nach Auswertungen des Branchendienstes FreshPlaza entfallen auf Hass rund 71,8 Prozent der marokkanischen Avocadoexporte, auf Fuerte 12,5 Prozent, auf Zutano 7 Prozent, auf Lamb Hass 5,5 Prozent sowie auf Bacon 3,2 Prozent. Die Saison beginnt in der ersten Oktoberwoche mit den grünschaligen Sorten, die Hass-Programme starten üblicherweise ab der ersten Novemberwoche. Diese Zahlen beschreiben den Markt der Herkunft und nicht unser Angebot.

Zur Herkunftsangabe gehört ein Hinweis, den der Einkauf kennen muss. Für Obst und Gemüse mit Ursprung in den Regionen Laâyoune-Sakia El Hamra sowie Dakhla-Oued Eddahab tritt seit dem 4. Oktober 2025 die Angabe der Ursprungsregion an die Stelle der Landesangabe. Grundlage sind der Beschluss (EU) 2025/2022 des Rates vom 2. Oktober 2025 sowie die Delegierte Verordnung (EU) 2025/2652, die dazu die Vermarktungsnormen ändert. Wir behaupten deshalb keine einheitliche Herkunft für das gesamte Sortiment. Welche Angabe für eine konkrete Partie gilt, ergibt sich aus dem Ursprungsnachweis der Sendung.

Der Wasserbedarf des Avocadoanbaus wird öffentlich diskutiert, deshalb steht der Sachstand hier und nicht in einer Fußnote. Das genannte Länderprofil beziffert den Bewässerungsbedarf in Marokko auf 8.000 bis 10.000 Kubikmeter je Hektar bei Erträgen zwischen 8 und 12 Tonnen je Hektar, woraus sich rechnerisch etwa 670 bis 1.250 Liter je Kilogramm ergeben. Die marokkanische Fachpresse nennt für dieselbe Frage 600 bis 1.000 Liter je Kilogramm. Diese Werte betreffen ausschließlich das zugeführte Bewässerungswasser, die deutlich höheren Zahlen aus der öffentlichen Debatte stammen aus Wasserfußabdruck-Rechnungen, die zusätzlich Regenwasser und rechnerisches Verdünnungswasser einschließen.

Tropfbewässerung ist im Gharb und im Loukkos Standard, der Wasserbezug erfolgt überwiegend aus Grundwasser ohne reguläre Bepreisung. Marokko hat 2023 einen nationalen Aktionsplan zur Wasserversorgung vorgelegt und die Bewässerung landwirtschaftlicher Flächen in einzelnen Trockenzonen ausgesetzt, genannt werden dort Tadla, Haouz und Doukkala. Für die Avocadoregionen im Norden ist weder eine solche Anordnung noch ein Verbot von Neuanpflanzungen belegt. Über die Bewässerungspraxis einzelner Lieferbetriebe machen wir keine Aussage, wenn Ihre Qualitätssicherung dazu einen Nachweis führt, nennen Sie uns den geforderten Standard vor der Anfrage.

  • Das übliche Erntefenster der Herkunft liegt zwischen Oktober und März, es ersetzt keine Aussage zu einer einzelnen Kalenderwoche.
  • Die Herkunftsangabe je Charge entnehmen Sie den Ursprungsdokumenten, nicht einer pauschalen Angabe auf dieser Seite.
  • Sorte, Kaliber, Reifegrad bei Übergabe, Mindesttrockenmasse, Gebinde und Palettierung legen wir vor der ersten Bestellung schriftlich fest.
Eine ganze Avocado mit fast schwarzer, stark genoppter Schale liegt hinter zwei Hälften mit grüngelbem Fruchtfleisch und braunem Kern auf einem Holzbrett.

Avocados, Handelsform

Hass

Hass ist die Leitsorte des Welthandels und die einzige Handelsform, die bei der Reifung die Schalenfarbe wechselt.

Hass ist eine Kreuzung aus guatemaltekischer und mexikanischer Rasse. Aus der guatemaltekischen Linie stammt die dicke, genoppte und lederartige Schale, aus der mexikanischen der hohe Ölgehalt. Diese Verbindung erklärt die Stellung der Sorte im Fernhandel: Die Schale nimmt Handling und Umschlag auf, während der Ölgehalt den Geschmack trägt, den der Markt erwartet.

Der praktisch wichtigste Unterschied zu den grünschaligen Sorten ist der Farbumschlag. Während der Reifung baut die Frucht Chlorophyll ab und lagert Anthocyane ein, die Schale geht dabei von Grün über Violett bis nahezu Schwarz. Das erleichtert die Sichtprüfung im Regal, eine Messung ersetzt es nicht. Untersuchungen zur Schalenfarbe bei Hass zeigen, dass spät geerntete Früchte bereits vor der Verzehrsreife dunkel sein können, weshalb die Festigkeit der verlässlichere Indikator bleibt.

Der normative Reifeindikator ist die Trockenmasse, für Hass verlangt die UNECE-Norm FFV-42 mindestens 21 Prozent, bestimmt durch Trocknung bis zur Massekonstanz. Das Kriterium bezieht sich auf die Partie und nicht auf die einzelne Frucht. Wer die Norm vertraglich in Bezug nimmt, bekommt damit einen prüfbaren Wert, den weder Schalenfarbe noch Tastprobe liefert. Die niederländische Außenhandelsförderung CBI nennt für europäische Importeure und Reifebetriebe einen praktischen Zielwert von 23 Prozent, also deutlich über dem Normminimum.

Avocados reifen am Baum nur bis zur physiologischen Reife heran, der eigentliche Reifeprozess setzt erst nach der Ernte ein. Für den Einkauf folgt daraus eine zweite Bestellangabe neben dem Kaliber: der Reifegrad bei Übergabe. Die im internationalen Handel gebräuchliche Skala von Avocados Australia unterscheidet fünf Stufen und misst sie mit dem Penetrometer in Kilogramm Kraft, von über 10 kg bei harter Ware bis zu 0,4 bis 0,6 kg bei verzehrsreifer. Ob eine Partie hart, vorkonditioniert oder verkaufsreif ankommt, entscheidet über Restlaufzeit, Temperaturführung und Druckempfindlichkeit, deshalb gehört die Zielstufe in die Spezifikation.

Worauf der Einkauf achtet

  • Eine dunkle Schale belegt bei Hass keine Verzehrsreife. Spät geerntete Früchte können bereits vor der Reife dunkel sein, deshalb prüfen Sie die Festigkeit und nicht die Farbe.
  • Der Kälteschaden ist das größte Risiko dieser Warengruppe. Er zeigt sich als Braunfärbung des Fruchtfleisches, von außen bleibt er zunächst unsichtbar, weshalb eine Stichprobe aufzuschneiden ist.
  • Eingesunkene Flecken auf der Schale sind das äußere Zeichen desselben Schadens. Sie treten häufig erst nach der Rückkehr in die Wärme auf, also beim Empfänger.
  • Der Stiel darf nach FFV-42 höchstens 10 mm lang sein und muss sauber abgeschnitten sein. Ein ausgerissener Stielansatz öffnet den Weg für Stielendfäule und ist keine zulässige Abweichung.
  • Korkbildung, verheilte Lentizellen und Sonnenbrand bleiben bei vereinbarter Klasse I auf 4 cm² Gesamtfläche begrenzt, bei Klasse II auf 6 cm². Das Fruchtfleisch darf in keiner Klasse betroffen sein.
  • Anthraknose durch Colletotrichum gloeosporioides erscheint als schwarze Flecken mit weichem Fruchtfleisch darunter. Sie bricht meist erst mit der Reifung aus, bei Wareneingang ist sie deshalb oft noch nicht erkennbar.
Zwei ganze Avocados mit glatter grüner Schale liegen neben einer aufgeschnittenen Hälfte mit hellem Kern in einer grauen Schale.

Avocados, Handelsform

Greenskin

Greenskin fasst die grünschaligen Sorten zusammen, deren Schale auch bei voller Reife grün bleibt.

Unter Greenskin führt der Handel die grünschaligen Sorten, in Marokko vor allem Fuerte, Zutano und Bacon. Fuerte ist wie Hass eine Kreuzung aus guatemaltekischer und mexikanischer Rasse, trägt nach genetischen Untersuchungen jedoch einen weit überwiegend mexikanischen Erbanteil. Daraus folgen die Merkmale dieser Gruppe: dünnere und glattere Schale, höhere Kältetoleranz der Pflanze sowie ein früherer Erntebeginn.

Der entscheidende Unterschied für die Praxis liegt in der Reifekontrolle. Die Schale bleibt grün, gleich wie weit die Frucht fortgeschritten ist, ein Farbsignal gibt es hier nicht. Der Reifegrad wird deshalb ausschließlich über die Festigkeit bestimmt, im Betrieb mit dem Penetrometer, an der Rampe ersatzweise über den Handballendruck sowie über die Stielnarbenprobe. Wer Greenskin wie Hass nach Augenschein annimmt, prüft an dieser Handelsform nichts.

Auch der Mindestwert der Trockenmasse fällt anders aus. Die UNECE-Norm FFV-42 nennt für Fuerte zusammen mit Pinkerton, Reed und Edranol 20 Prozent, für alle nicht namentlich genannten Sorten 19 Prozent. Zutano und Bacon stehen nicht in dieser Aufzählung, für sie gilt damit der niedrigere Wert. Aus diesem Grund genügt die Angabe Greenskin in einer Bestellung nicht, die konkrete Sorte gehört dazu.

Im Saisonverlauf steht Greenskin am Anfang. Die marokkanische Saison beginnt in der ersten Oktoberwoche mit diesen Sorten, die Hass-Programme folgen ab November. Am Saisonrand liegt die Trockenmasse erfahrungsgemäß näher am Mindestwert als in der Hauptsaison, weshalb der vereinbarte Prüfwert gerade in den ersten Wochen praktische Bedeutung hat. Die Mengen sind zugleich kleiner als bei Hass, ein längerer Vorlauf bei der Anfrage ist deshalb sinnvoll.

Worauf der Einkauf achtet

  • Die Sorte muss auf Gebinde und Lieferschein stehen. Ohne sie ist der Mindestwert der Trockenmasse nicht bestimmbar, weil die Norm ihn sortenabhängig festlegt.
  • Der Reifegrad ist hier nur über die Festigkeit prüfbar. Vereinbaren Sie eine Zielstufe mit Messverfahren und Stichprobenumfang, sonst ist die Position bei Wareneingang nicht bewertbar.
  • Die dünnere Schale nimmt Druckstellen früher an als die von Hass. Prüfen Sie deshalb gezielt die untere Lage der Palette sowie die Randgebinde.
  • Reife Greenskin-Ware unter 7 °C zu führen erhöht das Risiko der inneren Verbräunung. Eine Mischladung mit reifem Hass bei 5 °C ist deshalb keine gute Lösung.
  • Am Saisonanfang liegt die Trockenmasse näher am Mindestwert. Verlangen Sie in den ersten Wochen den Prüfbericht je Partie und nicht nur die Zusicherung im Auftrag.
  • Der Stielansatz ist die typische Eintrittsstelle für Stielendfäule. Ein trockener, unversehrter Ansatz ist nach FFV-42 zulässig, ein ausgerissener ist es nicht.

Saison

Lieferfenster im Jahresverlauf

Das übliche Erntefenster der Herkunft reicht von Oktober bis März, dabei eröffnen die grünschaligen Sorten die Saison und die Hass-Programme folgen ab November. Ob am Rand der Saison Ware verfügbar ist, prüfen wir je Kalenderwoche und melden Ihnen das Ergebnis.

Hauptfenster Avocados: Oktober bis März. Das sind sechs von zwölf Monaten. Im Fenster liegen Oktober, November, Dezember, Januar, Februar und März. Außerhalb liegen April, Mai, Juni, Juli, August und September. Der Status lautet Verfügbarkeit auf Anfrage.

Das Hauptfenster umfasst Oktober bis März. Das sind sechs von zwölf Monaten.

  • Monat im Hauptfenster
  • Monat außerhalb

Ein Quartal heißt voll, wenn alle drei Monate im Hauptfenster liegen. Es heißt teils, wenn ein oder zwei Monate darin liegen. Es heißt ohne, wenn kein Monat darin liegt.

Diese Angabe beschreibt das übliche Erntefenster. Sie ist eine Marktorientierung und keine Lieferzusage. Verbindlich wird ein Lieferfenster erst mit der Auftragsbestätigung.

Transport und Temperatur

Temperatur, innere Verbräunung und Reifesteuerung

Avocado ist kälteempfindlich, im ungereiften Zustand stärker als im gereiften. Der Transport Information Service des GDV nennt für ungereifte Ware eine Reisetemperatur von 8 bis 12 °C und für gereifte Ware 5 bis 7 °C, jeweils bei etwa 90 Prozent relativer Luftfeuchte. Unterhalb dieser Bereiche entsteht ein Kälteschaden. Er zeigt sich als Braunfärbung des Fruchtfleisches sowie als eingesunkene Flecken auf der Schale, später wird das Fruchtfleisch weich.

Die innere Verbräunung ist deshalb das wichtigste Thema dieser Warengruppe. Sie entsteht auf der Strecke, sie bleibt von außen zunächst unsichtbar und sie tritt häufig erst nach der Rückkehr in die Wärme hervor, also beim Empfänger oder sogar erst nach dem Nachreifen im Regal. Eine Sichtprüfung des geschlossenen Kartons genügt zur Beurteilung daher nicht. Prüfbar wird der Schaden über eine aufgeschnittene Stichprobe zusammen mit dem Temperaturprotokoll aus der Ladung.

Die Laufzeit hängt am Reifezustand. Hartreife Ware hält unter den genannten Bedingungen bis zu 28 Tage, gereifte Ware nur noch 7 bis 14 Tage. Unter kontrollierter Atmosphäre mit 2 bis 5 Prozent Sauerstoff und 3 bis 10 Prozent Kohlendioxid verlängert sich die Dauer auf bis zu sechs Wochen. Ob für eine Route ein Container mit kontrollierter Atmosphäre bereitsteht, klären wir mit der Reederei und sagen es nicht vorab zu.

Reifegesteuerte Ware ist ein zusätzlicher Prozessschritt mit eigener Temperatur- und Zeitführung, den ein Reifebetrieb übernimmt. Fachlich üblich ist eine Begasung mit Ethylen bei erhöhter Fruchtkerntemperatur mit anschließender Rückkühlung, gesteuert auf eine Zielstufe der Reifegradskala. Der Preis dieser Steuerung ist eine deutlich kürzere Restlaufzeit sowie eine höhere Druckempfindlichkeit, ein Puffer für Verzögerungen in der Kette entfällt weitgehend. Ob eine Partie reifegesteuert geliefert wird, über welchen Betrieb und mit welcher Zielstufe, klären wir vor der Angebotsabgabe.

  • Die Reisetemperatur liegt bei ungereifter Ware zwischen 8 und 12 °C, bei gereifter Ware zwischen 5 und 7 °C, die relative Luftfeuchte bei etwa 90 Prozent.
  • Nach der Reifung trennen sich die Handelsformen: Hass wird bei 5 °C geführt, grünschalige Sorten bei 7 °C.
  • Die maximale Lagerdauer beträgt hartreif bis zu 28 Tage und reif 7 bis 14 Tage, unter kontrollierter Atmosphäre bis zu sechs Wochen.
  • Die Reifegradskala von Avocados Australia unterscheidet fünf Stufen, gemessen als Eindringkraft in Kilogramm: hart über 10 kg, vorkonditioniert 2,2 bis 10 kg, beginnende Reife 1,1 bis 2,1 kg, festreif 0,7 bis 1,0 kg sowie verzehrsreif 0,4 bis 0,6 kg.
  • Avocado gibt 10 bis 100 µl Ethylen je Kilogramm und Stunde ab und reagiert zugleich hoch empfindlich darauf. Eine Mischladung mit ethylenempfindlicher Ware wie Gurken oder Blattgemüse scheidet damit aus.
  • Bei einer Beanstandung wegen Temperatur ist das Protokoll aus der Ladung das belastbare Nachweismittel, eine Messung am Kühlaggregat ist es nicht.

Fragen und Antworten

Häufige Fragen zu Avocados

Antworten auf das, was der Einkauf zu Avocados regelmäßig fragt.

Weil es für Avocados keine gesetzliche Klasse gibt. Avocado steht nicht auf der abschließenden Liste der Erzeugnisse mit spezifischer Vermarktungsnorm in Artikel 4 Absatz 1 mit Anhang I Teil B der Delegierten Verordnung (EU) 2023/2429, für sie gilt die allgemeine Vermarktungsnorm nach Anhang I Teil A, die keine Klasseneinteilung kennt. Die Klassen Extra, I und II stammen aus der UNECE-Norm FFV-42, die im Unionsrecht nicht unmittelbar gilt. Nennen Sie uns die gewünschte Klasse, dann nehmen wir die Norm mit ihrer Fassung in die Spezifikation auf und sie wird damit zum Maßstab jeder Prüfung.

Die Trockenmasse ist der Anteil der Frucht, der nach Trocknung bis zur Massekonstanz übrig bleibt. Sie bildet den Fettgehalt ab, weil sich Fett und Wasser je Sorte annähernd konstant zueinander verhalten. Damit entscheidet sie darüber, ob die Frucht überhaupt genießbar ausreifen kann, denn Ware unterhalb des Mindestwerts bleibt hart oder schrumpft und wird nicht bitterfrei. Die Schalenfarbe leistet das nicht. Bei den grünschaligen Sorten gibt es gar keinen Farbumschlag, bei Hass können spät geerntete Früchte schon vor der Verzehrsreife dunkel sein. Die UNECE-Norm FFV-42 verlangt mindestens 21 Prozent bei Hass, 20 Prozent bei Fuerte, Pinkerton, Reed und Edranol sowie 19 Prozent bei den übrigen Sorten.

Beides bezeichnet dieselbe Sache, verbindlich ist im Zweifel das Gewicht. Die UNECE-Norm FFV-42 legt die Größe über Gewichtsspannen fest, etwa Code 16 mit 227 bis 274 g, Code 18 mit 203 bis 243 g sowie Code 20 mit 184 bis 217 g je Frucht. Im Handel wird dieselbe Zahl als Stückzahl je 4-kg-Karton gelesen, weil sich aus 4 kg geteilt durch das mittlere Fruchtgewicht ungefähr derselbe Wert ergibt. Für den europäischen Markt nennt die niederländische Außenhandelsförderung CBI bei Hass die Größen 16 und 18, daneben 20, bei Fuerte die Größen 14 bis 16. Nennen Sie uns Ihre Zielgröße als Code oder als Gewichtsspanne, wir geben die Angabe unverändert an den Packbetrieb weiter.

Über eine aufgeschnittene Stichprobe zusammen mit dem Temperaturprotokoll aus der Ladung, eine andere belastbare Prüfung gibt es nicht. Der Kälteschaden zeigt sich zuerst als Braunfärbung des Fruchtfleisches, die Schale trägt dann allenfalls eingesunkene Flecken. Beides tritt häufig erst nach der Rückkehr in die Wärme hervor, also beim Empfänger oder sogar erst nach dem Nachreifen. Zwei Punkte sind für die Annahme wichtig. Der Schaden entsteht auf der Strecke und nicht im Packbetrieb, deshalb ist die Temperaturaufzeichnung das Beweismittel. Von einer Klassenabweichung ist er zu trennen, weil FFV-42 Schäden infolge niedriger Temperaturen bereits über die Mindesteigenschaften ausschließt.

Das ist keine Eigenschaft der Ernte, sondern ein zusätzlicher Prozessschritt, den ein Reifebetrieb übernimmt. Wir sagen ihn deshalb nicht vorab zu, sondern klären ihn je Auftrag. Fachlich üblich ist eine Begasung mit Ethylen bei erhöhter Fruchtkerntemperatur mit anschließender Rückkühlung, gesteuert auf eine Zielstufe der Reifegradskala. Für Ihre Anfrage brauchen wir daher drei Angaben: die Zielstufe, das Messverfahren mit Stichprobenumfang sowie die Restlaufzeit, die Sie bei Anlieferung erwarten. Bedenken Sie dabei den Preis der Steuerung. Gereifte Ware hält nach Angaben des Transport Information Service nur noch 7 bis 14 Tage statt bis zu 28 Tage, sie ist druckempfindlicher und sie verträgt keine Verzögerung in der Kette.

Verbindlich wird eine Menge erst mit unserer Auftragsbestätigung. Bis dahin gilt für jede Handelsform auf dieser Seite der Status „Verfügbarkeit auf Anfrage“, auch mitten im Hauptfenster.