Allgemeine Informationen
Bei Beeren entscheidet die Zeitspanne zwischen Ernte und Vorkühlung über die Ware, nicht die Sortierung. Diese Seite beschreibt vier Handelsformen mit ihrer Normlage, ihren Schalenformaten und ihrer Temperaturführung. Menge und Lieferfenster prüfen wir je Kalenderwoche, der Status lautet in jedem Monat Verfügbarkeit auf Anfrage.
- Übliches Erntefenster der Herkunft
- November bis Mai, Erdbeeren im Kern des WintersSaisonverlauf der Anbauregion, keine Lieferzusage
- Vermarktungsnorm
- Erdbeeren speziell geregelt, Himbeeren, Heidelbeeren und Brombeeren unter der allgemeinen NormArtikel 2 und Artikel 4 Absatz 1 der Delegierten Verordnung (EU) 2023/2429
- Mindestgröße Erdbeeren
- 25 mm in Klasse Extra, 18 mm in Klasse I und Klasse II, gemessen am größten QuerdurchmesserAnhang I Teil B Teil 7 Abschnitt III der Delegierten Verordnung (EU) 2023/2429
- Vorkühlung
- Erdbeeren binnen einer Stunde nach der Ernte, Heidelbeeren binnen einer Stunde auf unter 10 Grad Celsius, Brombeeren auf 5 Grad Celsius binnen vier Stunden, Himbeeren auf 1 Grad Celsius binnen zwölf StundenUSDA Agriculture Handbook 66
- Transporttemperatur
- 0 Grad Celsius bei Erdbeeren, minus 0,5 bis 0 Grad Celsius bei den drei übrigen Arten, jeweils über 90 Prozent relative LuftfeuchteUSDA Agriculture Handbook 66
- Status
- Verfügbarkeit auf Anfragegilt in jedem Monat, auch im Hauptfenster
Einordnung
Das europäische Winterfenster und warum es bei Beeren eng ist
Der marokkanische Beerenanbau liegt im Nordwesten des Landes, im Küstenstreifen zwischen Larache und Kénitra. Fachlich unterscheidet der Handel dort zwei benachbarte Gebiete: die Region Loukkos um Larache sowie die bewässerte Ebene des Gharb um Kénitra und Moulay Bousselham. Beide liegen am Atlantik, tragen sandige Böden und arbeiten überwiegend unter Folientunneln. Der Heidelbeeranbau hat sich seit den 2010er Jahren zusätzlich nach Süden ausgedehnt, wodurch das Erntefenster dieser Art noch früher beginnt.
Die Warengruppe hat sich in wenigen Jahren verschoben. Nach Zahlen von FreshPlaza zur Saison 2024/25 entfielen von rund 121.000 Tonnen exportierter Beeren 41 Prozent auf Heidelbeeren, 38 Prozent auf Himbeeren und 21 Prozent auf Erdbeeren. Ein handelsrechtlicher Grund steht dahinter: Anders als Tomaten und Gurken unterliegt keine Beerenart dem Einfuhrpreissystem der Union. Diese Zahlen beschreiben den Markt und nicht unser Angebot.
Für den Einkauf ist an dieser Herkunft die Laufzeit die eigentliche Größe. Beeren tragen je nach Art wenige Tage Haltbarkeit, der Regelweg führt über den Kühllastwagen und die Fähre von Tanger Med nach Algeciras. Jede Stunde Wartezeit vor der Verladung geht bei dieser Ware unmittelbar von der Zeit ab, die Ihnen im Zielmarkt bleibt. Aus diesem Grund steht bei Beeren die Frage nach dem Verladetag vor der Frage nach dem Preis.
Über die Ursprungsangabe entscheidet nicht diese Seite, sondern das Ursprungszeugnis der einzelnen Partie. Für Obst und Gemüse mit Ursprung in den Regionen Laâyoune-Sakia El Hamra sowie Dakhla-Oued Eddahab tritt seit dem 4. Oktober 2025 die Angabe der Ursprungsregion an die Stelle der Landesangabe. Grundlage sind der Beschluss (EU) 2025/2022 des Rates vom 2. Oktober 2025 sowie die Delegierte Verordnung (EU) 2025/2652. Wir behaupten deshalb keine einheitliche Herkunft für das gesamte Sortiment, sondern nennen Ihnen je Partie, was in den Papieren steht.
- Das Erntefenster der Herkunft liegt üblicherweise zwischen November und Mai, es ersetzt keine Aussage zu einer einzelnen Kalenderwoche.
- Schalenformat, Schalen je Karton, Handelsgüte, Zieltemperatur und Mindestrestlaufzeit legen wir vor der ersten Bestellung schriftlich fest.
- Die Herkunftsangabe je Charge entnehmen Sie den Ursprungsdokumenten, nicht einer pauschalen Angabe auf dieser Seite.

Beeren, Handelsform
Erdbeeren
Erdbeeren sind die einzige Beerenart mit einer eigenen Vermarktungsnorm der Union.
Für Erdbeeren gilt eine spezielle Vermarktungsnorm nach Anhang I Teil B Teil 7 der Delegierten Verordnung (EU) 2023/2429. Sie kennt drei Klassen: Extra, Klasse I sowie Klasse II. Erdbeeren für die industrielle Verarbeitung fallen ausdrücklich nicht unter diese Norm. Zu den Mindesteigenschaften gehört, dass die Frucht ihren Kelch trägt, dass Kelch und Stiel frisch sind und dass die Frucht von frischem Aussehen ist, jedoch nicht gewaschen.
Die Größe wird nach dem größten Querdurchmesser bestimmt. Die Mindestgröße beträgt 25 mm in Klasse Extra sowie 18 mm in Klasse I und Klasse II, für Walderdbeeren schreibt die Norm keine Mindestgröße vor. Eine Höchstgröße oder eine Kalibertabelle gibt es nicht. Wer eine engere Zielspanne braucht, vereinbart sie zusätzlich zur Norm, weil sie sich daraus nicht ergibt.
Die Klassen unterscheiden sich in messbaren Grenzen. Klasse Extra verlangt das sortentypische glänzende Aussehen sowie Freiheit von Erde. Außer sehr leichten oberflächlichen Fehlern lässt sie nichts zu. Klasse I erlaubt einen leichten Formfehler, eine weiße Stelle bis zu einem Zehntel der Fruchtoberfläche sowie leichte oberflächliche Druckstellen. Klasse II lässt Formfehler, eine weiße Stelle bis zu einem Fünftel der Fruchtoberfläche, leichte trockene Quetschungen sowie leichte Spuren von Erde zu.
Nach der Ernte zählt die Uhr. Handbook 66 verlangt den Kühlbeginn binnen einer Stunde nach der Ernte und bezeichnet die Temperaturführung als den einzelnen wichtigsten Faktor für die Haltbarkeit. Bei 0 Grad Celsius sind je nach Krankheitsdruck bis zu sieben Tage erreichbar. Der Zuckergehalt steigt nach der Ernte nicht mehr, ein niedriger Brixwert lässt sich also durch Lagerung nicht ausgleichen.
Worauf der Einkauf achtet
- Kelch zuerst ansehen: Die Norm verlangt den Kelch an der Frucht, welke oder braune Kelche verletzen die Mindesteigenschaften unabhängig von der Klasse
- Weiße Stellen abschätzen und gegen die Klasse halten, Klasse I lässt ein Zehntel und Klasse II ein Fünftel der Fruchtoberfläche zu
- Schalenboden und Kartonboden ansehen, austretender Saft und durchgeweichte Wellpappe zeigen Druckschäden oder beginnenden Verderb
- Kerntemperatur in der Frucht messen und nicht die Lufttemperatur am Kühlaggregat ablesen
- Schalen aus unteren Lagen öffnen, weil der sichtbare Teil des Packstücks nach der Norm für den Gesamtinhalt repräsentativ sein muss
- Verklebte Nester aus mehreren Früchten deuten auf Grauschimmel hin, der von einer beschädigten Frucht auf die Nachbarn übergegangen ist
Merkmale Erdbeeren
- Vermarktungsnorm
- spezielle Norm mit drei Klassen: Extra, Klasse I und Klasse IIAnhang I Teil B Teil 7 Abschnitt II der Delegierten Verordnung (EU) 2023/2429
- Mindestgröße
- 25 mm in Klasse Extra, 18 mm in Klasse I und Klasse II, gemessen am größten Querdurchmesser, für Walderdbeeren keine MindestgrößeAnhang I Teil B Teil 7 Abschnitt III der Delegierten Verordnung (EU) 2023/2429
- Kelch und Stiel
- Kelch an der Frucht erforderlich, Kelch und Stiel müssen frisch seinAnhang I Teil B Teil 7 Abschnitt II der Delegierten Verordnung (EU) 2023/2429
- Gütetoleranz
- Klasse Extra 5 Prozent, davon höchstens 0,5 Prozent auf dem Niveau der Klasse II, Klasse I 10 Prozent, davon höchstens 2 Prozent unter den Mindesteigenschaften oder mit Verderb, Klasse II 10 Prozent, davon höchstens 2 Prozent mit VerderbAnhang I Teil B Teil 7 Abschnitt IV der Delegierten Verordnung (EU) 2023/2429
- Größentoleranz
- in allen Klassen 10 Prozent nach Anzahl oder Gewicht unterhalb der MindestgrößeAnhang I Teil B Teil 7 Abschnitt IV der Delegierten Verordnung (EU) 2023/2429
- Gleichmäßigkeit im Packstück
- gleicher Ursprung, gleiche Sorte und gleiche Güte, in Klasse Extra zusätzlich besonders gleichmäßig in Reifegrad, Farbe und GrößeAnhang I Teil B Teil 7 Abschnitt V der Delegierten Verordnung (EU) 2023/2429
- Vorkühlung
- Kühlbeginn binnen einer Stunde nach der Ernte, DruckluftkühlungUSDA Agriculture Handbook 66
- Temperatur und Lagerdauer
- 0 Grad Celsius bei 90 bis 95 Prozent relativer Luftfeuchte, bis zu sieben Tage je nach Krankheitsdruck, Gefrierpunkt bei minus 0,8 Grad CelsiusUSDA Agriculture Handbook 66
- Geschmackliche Orientierung
- empfohlen werden mindestens 7 Prozent lösliche Trockensubstanz und höchstens 0,8 Prozent titrierbare Säure, der Zuckergehalt steigt nach der Ernte nicht mehrEmpfehlung aus USDA Agriculture Handbook 66 nach Kader 1999, kein Grenzwert einer Vermarktungsnorm
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Vermarktungsnorm | spezielle Norm mit drei Klassen: Extra, Klasse I und Klasse IIAnhang I Teil B Teil 7 Abschnitt II der Delegierten Verordnung (EU) 2023/2429 |
| Mindestgröße | 25 mm in Klasse Extra, 18 mm in Klasse I und Klasse II, gemessen am größten Querdurchmesser, für Walderdbeeren keine MindestgrößeAnhang I Teil B Teil 7 Abschnitt III der Delegierten Verordnung (EU) 2023/2429 |
| Kelch und Stiel | Kelch an der Frucht erforderlich, Kelch und Stiel müssen frisch seinAnhang I Teil B Teil 7 Abschnitt II der Delegierten Verordnung (EU) 2023/2429 |
| Gütetoleranz | Klasse Extra 5 Prozent, davon höchstens 0,5 Prozent auf dem Niveau der Klasse II, Klasse I 10 Prozent, davon höchstens 2 Prozent unter den Mindesteigenschaften oder mit Verderb, Klasse II 10 Prozent, davon höchstens 2 Prozent mit VerderbAnhang I Teil B Teil 7 Abschnitt IV der Delegierten Verordnung (EU) 2023/2429 |
| Größentoleranz | in allen Klassen 10 Prozent nach Anzahl oder Gewicht unterhalb der MindestgrößeAnhang I Teil B Teil 7 Abschnitt IV der Delegierten Verordnung (EU) 2023/2429 |
| Gleichmäßigkeit im Packstück | gleicher Ursprung, gleiche Sorte und gleiche Güte, in Klasse Extra zusätzlich besonders gleichmäßig in Reifegrad, Farbe und GrößeAnhang I Teil B Teil 7 Abschnitt V der Delegierten Verordnung (EU) 2023/2429 |
| Vorkühlung | Kühlbeginn binnen einer Stunde nach der Ernte, DruckluftkühlungUSDA Agriculture Handbook 66 |
| Temperatur und Lagerdauer | 0 Grad Celsius bei 90 bis 95 Prozent relativer Luftfeuchte, bis zu sieben Tage je nach Krankheitsdruck, Gefrierpunkt bei minus 0,8 Grad CelsiusUSDA Agriculture Handbook 66 |
| Geschmackliche Orientierung | empfohlen werden mindestens 7 Prozent lösliche Trockensubstanz und höchstens 0,8 Prozent titrierbare Säure, der Zuckergehalt steigt nach der Ernte nicht mehrEmpfehlung aus USDA Agriculture Handbook 66 nach Kader 1999, kein Grenzwert einer Vermarktungsnorm |
Gebinde und Palettierung
- Klappdeckelschale mit vereinbartem Füllgewicht, im europäischen Handel überwiegend 250 g und 500 g
- Umkarton mit rund 4 bis 5 kg netto, darin die einzelnen Schalen stehend in einer Lage
- Zahl der Schalen je Karton gehört in die Anfrage, das Schalengewicht allein ergibt noch keine Kalkulationsgröße
- Perforierte Schale und Karton mit ausreichender Ventilationsfläche, weil die Druckluftkühlung sonst den Palettenkern nicht erreicht
- Lagen je Palette richten sich nach der zulässigen Gesamthöhe an Ihrer Warenannahme, deshalb gehört dieser Wert in die Anfrage
Hauptfenster Erdbeeren: Dez bis Feb. Das sind drei von zwölf Monaten. Im Fenster liegen Dezember, Januar und Februar. Außerhalb liegen März, April, Mai, Juni, Juli, August, September, Oktober und November. Der Status lautet Verfügbarkeit auf Anfrage.
Das Hauptfenster umfasst Dez bis Feb. Das sind drei von zwölf Monaten.
- Monat im Hauptfenster
- Monat außerhalb
Ein Quartal heißt voll, wenn alle drei Monate im Hauptfenster liegen. Es heißt teils, wenn ein oder zwei Monate darin liegen. Es heißt ohne, wenn kein Monat darin liegt.
Erdbeeren laufen im Kern des Winters und damit in einem engeren Fenster als die übrigen drei Beerenarten. Am Rand dieses Fensters prüfen wir die Verfügbarkeit je Kalenderwoche und melden Ihnen das Ergebnis.
Die Monatsleiste zeigt das übliche Erntefenster der Herkunft, sie ist keine Zusage für eine Kalenderwoche. Verbindlich werden Menge und Termin erst mit unserer Auftragsbestätigung.

Beeren, Handelsform
Himbeeren
Himbeeren sind die empfindlichste der vier Handelsformen, eine Klasse gibt die Norm hier nicht vor.
Himbeeren fallen unter die allgemeine Vermarktungsnorm nach Anhang I Teil A der Delegierten Verordnung (EU) 2023/2429. Sie verlangt Mindesteigenschaften und Mindestreife, sie kennt jedoch weder eine Klasseneinteilung noch eine Größensortierung. Vorgeschrieben sind auf dem Packstück nur Packer oder Absender sowie der vollständige Name des Ursprungslandes. Wer eine Güte über die Mindesteigenschaften hinaus braucht, vereinbart sie vertraglich, weil die Norm dafür keine Stufe bereithält.
Die Frucht ist ein Sammelsteinfruchtverband, der sich beim Pflücken vom Blütenboden löst und hohl bleibt. Aus diesem Bau folgen die typischen Befunde: Die Frucht zerfällt in einzelne Steinfrüchtchen, sie verliert Saft und sie schrumpft bei zu trockener Luft. Handbook 66 nennt Schrumpfen durch Wasserverlust, auslaufende Früchte sowie weiße Steinfrüchtchen durch Sonneneinstrahlung als die maßgeblichen Störungen.
Himbeeren gehören zu den Erzeugnissen mit hoher Atmungsintensität. Handbook 66 verlangt Druckluftkühlung auf 1 Grad Celsius binnen zwölf Stunden nach der Ernte und nennt für die Lagerung minus 0,5 bis 0 Grad Celsius bei über 90 Prozent relativer Luftfeuchte. Die erreichbare Dauer liegt sortenabhängig bei zwei bis fünf Tagen. Ein einziger Tag bei 20 Grad Celsius genügt, um Grauschimmel wachsen zu lassen.
Bei längeren Strecken arbeitet der Handel mit modifizierter Atmosphäre. Für Himbeeren nennt Handbook 66 10 bis 20 Prozent Kohlendioxid bei 5 bis 10 Prozent Sauerstoff, wodurch Atmung, Ethylenbildung, Erweichung und Schimmelwachstum langsamer laufen. Oberhalb von 20 Prozent Kohlendioxid drohen Verfärbung, Erweichung und Fehlaromen. Wenn Sie mit modifizierter Atmosphäre beliefert werden möchten, gehört das in die Spezifikation, weil es die Aufmachung der Palette verändert.
Worauf der Einkauf achtet
- Schalenboden auf austretenden Saft prüfen, Himbeeren sind unter den vier Arten der häufigste Fall
- Zerfallene Früchte zählen, ein hoher Anteil einzelner Steinfrüchtchen zeigt Überreife oder harte Handhabung
- Weiße Steinfrüchtchen an der Sonnenseite unterscheiden sich von Schimmel, sie sind ein Sonnenschaden aus dem Bestand
- Kondenswasser an der Schalenfolie deutet auf einen Temperatursprung während des Transports hin
- Auffällig dunkle, ins Purpurne gehende Ware kann auf Ethylen in der Ladung zurückgehen
- Kerntemperatur in der Frucht messen und das Ergebnis im Prüfprotokoll festhalten
Merkmale Himbeeren
- Vermarktungsnorm
- allgemeine Vermarktungsnorm, keine Klasseneinteilung und keine GrößensortierungArtikel 2 und Anhang I Teil A der Delegierten Verordnung (EU) 2023/2429
- Toleranz
- 10 Prozent nach Anzahl oder Gewicht außerhalb der Mindestanforderungen, davon höchstens 2 Prozent mit VerderbAnhang I Teil A Nummer 3 der Delegierten Verordnung (EU) 2023/2429
- Vertragliche Güteangabe
- Zielwerte für Farbe, Festigkeit und Anteil zerfallener Früchte, weil die Norm dafür keine Klasse führthandelsüblich
- Vorkühlung
- Druckluftkühlung auf 1 Grad Celsius binnen zwölf Stunden nach der ErnteUSDA Agriculture Handbook 66
- Temperatur und Lagerdauer
- minus 0,5 bis 0 Grad Celsius bei über 90 Prozent relativer Luftfeuchte, zwei bis fünf Tage je nach Sorte, Gefrierpunkt bei minus 1,1 Grad CelsiusUSDA Agriculture Handbook 66
- Ethylen
- Produktion 1 bis 12 Mikroliter je Kilogramm und Stunde bei 20 Grad Celsius, sortenabhängig, Ethylen begünstigt Grauschimmel und dunkelt die Farbe nachUSDA Agriculture Handbook 66
- Modifizierte Atmosphäre
- 10 bis 20 Prozent Kohlendioxid bei 5 bis 10 Prozent Sauerstoff, oberhalb von 20 Prozent Kohlendioxid drohen Verfärbung, Erweichung und FehlaromenUSDA Agriculture Handbook 66
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Vermarktungsnorm | allgemeine Vermarktungsnorm, keine Klasseneinteilung und keine GrößensortierungArtikel 2 und Anhang I Teil A der Delegierten Verordnung (EU) 2023/2429 |
| Toleranz | 10 Prozent nach Anzahl oder Gewicht außerhalb der Mindestanforderungen, davon höchstens 2 Prozent mit VerderbAnhang I Teil A Nummer 3 der Delegierten Verordnung (EU) 2023/2429 |
| Vertragliche Güteangabe | Zielwerte für Farbe, Festigkeit und Anteil zerfallener Früchte, weil die Norm dafür keine Klasse führthandelsüblich |
| Vorkühlung | Druckluftkühlung auf 1 Grad Celsius binnen zwölf Stunden nach der ErnteUSDA Agriculture Handbook 66 |
| Temperatur und Lagerdauer | minus 0,5 bis 0 Grad Celsius bei über 90 Prozent relativer Luftfeuchte, zwei bis fünf Tage je nach Sorte, Gefrierpunkt bei minus 1,1 Grad CelsiusUSDA Agriculture Handbook 66 |
| Ethylen | Produktion 1 bis 12 Mikroliter je Kilogramm und Stunde bei 20 Grad Celsius, sortenabhängig, Ethylen begünstigt Grauschimmel und dunkelt die Farbe nachUSDA Agriculture Handbook 66 |
| Modifizierte Atmosphäre | 10 bis 20 Prozent Kohlendioxid bei 5 bis 10 Prozent Sauerstoff, oberhalb von 20 Prozent Kohlendioxid drohen Verfärbung, Erweichung und FehlaromenUSDA Agriculture Handbook 66 |
Gebinde und Palettierung
- Belüftete Klappdeckelschale, im europäischen Handel überwiegend 125 g, daneben 250 g
- Umkarton mit 12 Schalen zu 125 g, also 1,5 kg netto, als handelsübliche Standardeinheit
- Schalen stehen in einer Lage nebeneinander, mehrlagige Aufmachung ohne Zwischenlage drückt die untere Lage
- Zahl der Schalen je Karton gehört in die Anfrage, weil erst sie die Position rechenbar macht
- Bei modifizierter Atmosphäre kommt die Palettenhaube hinzu, sie verändert Handhabung und Abladezeit an Ihrer Rampe
Hauptfenster Himbeeren: Nov bis Mai. Das sind sieben von zwölf Monaten. Im Fenster liegen November, Dezember, Januar, Februar, März, April und Mai. Außerhalb liegen Juni, Juli, August, September und Oktober. Der Status lautet Verfügbarkeit auf Anfrage.
Das Hauptfenster umfasst Nov bis Mai. Das sind sieben von zwölf Monaten.
- Monat im Hauptfenster
- Monat außerhalb
Ein Quartal heißt voll, wenn alle drei Monate im Hauptfenster liegen. Es heißt teils, wenn ein oder zwei Monate darin liegen. Es heißt ohne, wenn kein Monat darin liegt.
Die Monatsleiste zeigt das übliche Erntefenster der Herkunft, sie ist keine Zusage für eine Kalenderwoche. Verbindlich werden Menge und Termin erst mit unserer Auftragsbestätigung.

Beeren, Handelsform
Heidelbeeren
Heidelbeeren atmen von den vier Handelsformen am schwächsten und tragen deshalb die längste Laufzeit.
Auch Kulturheidelbeeren stehen unter der allgemeinen Vermarktungsnorm. Eine Klassenangabe ist dort nicht vorgesehen, eine Größensortierung ebenso wenig. Im Handel wird die Größe trotzdem vereinbart, weil sie über die Optik in der Schale entscheidet. Als dokumentierte Referenzskala dient die amerikanische Einteilung nach der Zahl der Beeren je 250 Milliliter: unter 90 Beeren gilt als sehr groß, 90 bis 129 als groß, 130 bis 189 als mittel und 190 bis 250 als klein. Das ist ein Handelsmaßstab der Vereinigten Staaten und kein Unionsrecht, er eignet sich aber als gemeinsame Sprache für eine Zielspanne.
Der physiologische Unterschied zu den drei übrigen Arten ist messbar. Bei 10 Grad Celsius atmen Heidelbeeren mit 23 bis 35 mg Kohlendioxid je Kilogramm und Stunde, Erdbeeren dagegen mit 50 bis 100 mg. Die Lagerdauer läuft der Atmungsrate entgegengesetzt, deshalb sind bei Heidelbeeren rund zwei Wochen erreichbar, während Himbeeren nach wenigen Tagen abgeräumt sind. Der Transport Information Service nennt je nach Quelle 7 bis 21 Tage, unter günstigen Bedingungen deutlich mehr.
Die bläulich helle Schicht auf der Schale ist ein Wachsfilm der Frucht selbst und kein Belag. Sie gilt als Frischemerkmal, weil sie beim Abrieb durch harte Handhabung verlorengeht und nicht zurückkommt. Kulturheidelbeeren haben helles Fruchtfleisch und färben deshalb bei Beschädigung nicht ab, anders als Waldheidelbeeren. Der Transport Information Service nennt sie zugleich als sehr druckempfindlich und als empfindlich gegenüber Fremdgeruch.
Für die Lüftung nennt derselbe Dienst einen fünffachen Luftwechsel je Stunde und warnt zugleich davor, zu stark zu lüften, weil die Beeren sonst Feuchtigkeit verlieren und schrumpfen. Gegenüber hohen Kohlendioxidwerten und niedrigen Sauerstoffwerten gelten Heidelbeeren als unempfindlich, was den Einsatz modifizierter Atmosphäre erleichtert. Handbook 66 nennt dafür 10 bis 15 Prozent Kohlendioxid bei 1 bis 10 Prozent Sauerstoff und höchstens 5 Grad Celsius.
Worauf der Einkauf achtet
- Wachsfilm auf der Schale prüfen, eine abgeriebene, glänzende Frucht zeigt harte Handhabung im Packbetrieb oder auf der Strecke
- Stielansatz und Blütenansatz ansehen, dort setzt der Schimmel nach Angabe des Transport Information Service zuerst an
- Belagfarbe unterscheiden: grau und flauschig steht für Grauschimmel, grünlich oliv mit Beginn am Stielansatz für Alternaria, orange und feucht glänzend für Anthraknose
- Kaliber gegen die vereinbarte Spanne prüfen, weil weder Norm noch Etikett dazu eine Pflichtangabe tragen
- Anteil weicher und geplatzter Beeren je Schale zählen und im Prüfprotokoll festhalten
- Fremdgeruch prüfen, Heidelbeeren nehmen ihn nach Angabe des Transport Information Service leicht an
- Kondenswasser in der Schale deutet auf einen Temperatursprung hin und begünstigt Schimmel
Merkmale Heidelbeeren
- Vermarktungsnorm
- allgemeine Vermarktungsnorm, keine Klasseneinteilung und keine vorgeschriebene GrößensortierungArtikel 2 und Anhang I Teil A der Delegierten Verordnung (EU) 2023/2429
- Vertragliche Größenangabe
- Beeren je 250 Milliliter als Referenzskala: unter 90 sehr groß, 90 bis 129 groß, 130 bis 189 mittel, 190 bis 250 kleinUSDA Agriculture Handbook 66 nach dem Standard des Agricultural Marketing Service, kein Unionsrecht
- Vorkühlung
- Kühlbeginn binnen einer Stunde nach der Ernte, Druckluftkühlung auf unter 10 Grad Celsius, anschließend Führung bei 0 bis 3 Grad CelsiusUSDA Agriculture Handbook 66
- Temperatur und Lagerdauer
- minus 0,5 bis 0 Grad Celsius bei über 90 Prozent relativer Luftfeuchte, rund zwei Wochen erreichbar, Gefrierpunkt bei minus 1,1 Grad CelsiusUSDA Agriculture Handbook 66, Transport Information Service nennt 7 bis 21 Tage
- Atmungsrate
- 23 bis 35 mg Kohlendioxid je Kilogramm und Stunde bei 10 Grad Celsius, Erdbeeren liegen bei 50 bis 100 mgUSDA Agriculture Handbook 66
- Ethylen
- Produktion 0,5 bis 2 Mikroliter je Kilogramm und Stunde bei Northern Highbush, niedrige Empfindlichkeit gegenüber fremdem EthylenUSDA Agriculture Handbook 66 und Transport Information Service
- Lüftung
- fünffacher Luftwechsel je Stunde, stärkere Lüftung führt zu Feuchtigkeitsverlust und SchrumpfenTransport Information Service
- Modifizierte Atmosphäre
- 10 bis 15 Prozent Kohlendioxid bei 1 bis 10 Prozent Sauerstoff und höchstens 5 Grad CelsiusUSDA Agriculture Handbook 66
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Vermarktungsnorm | allgemeine Vermarktungsnorm, keine Klasseneinteilung und keine vorgeschriebene GrößensortierungArtikel 2 und Anhang I Teil A der Delegierten Verordnung (EU) 2023/2429 |
| Vertragliche Größenangabe | Beeren je 250 Milliliter als Referenzskala: unter 90 sehr groß, 90 bis 129 groß, 130 bis 189 mittel, 190 bis 250 kleinUSDA Agriculture Handbook 66 nach dem Standard des Agricultural Marketing Service, kein Unionsrecht |
| Vorkühlung | Kühlbeginn binnen einer Stunde nach der Ernte, Druckluftkühlung auf unter 10 Grad Celsius, anschließend Führung bei 0 bis 3 Grad CelsiusUSDA Agriculture Handbook 66 |
| Temperatur und Lagerdauer | minus 0,5 bis 0 Grad Celsius bei über 90 Prozent relativer Luftfeuchte, rund zwei Wochen erreichbar, Gefrierpunkt bei minus 1,1 Grad CelsiusUSDA Agriculture Handbook 66, Transport Information Service nennt 7 bis 21 Tage |
| Atmungsrate | 23 bis 35 mg Kohlendioxid je Kilogramm und Stunde bei 10 Grad Celsius, Erdbeeren liegen bei 50 bis 100 mgUSDA Agriculture Handbook 66 |
| Ethylen | Produktion 0,5 bis 2 Mikroliter je Kilogramm und Stunde bei Northern Highbush, niedrige Empfindlichkeit gegenüber fremdem EthylenUSDA Agriculture Handbook 66 und Transport Information Service |
| Lüftung | fünffacher Luftwechsel je Stunde, stärkere Lüftung führt zu Feuchtigkeitsverlust und SchrumpfenTransport Information Service |
| Modifizierte Atmosphäre | 10 bis 15 Prozent Kohlendioxid bei 1 bis 10 Prozent Sauerstoff und höchstens 5 Grad CelsiusUSDA Agriculture Handbook 66 |
Gebinde und Palettierung
- Belüftete Klappdeckelschale, im europäischen Handel 125 g, 250 g und 500 g
- Umkarton mit 12 Schalen als handelsübliche Standardeinheit, das Nettogewicht folgt aus dem Schalenformat
- Der Transport Information Service nennt daneben Schalen aus Holz, Pappe oder Kunststoff zu 1 bis 3 kg für den losen Handel
- Schalengröße und Zielkaliber gehören zusammen in die Anfrage, weil beides gemeinsam das Bild in der Schale bestimmt
- Lagen je Palette richten sich nach der zulässigen Gesamthöhe an Ihrer Warenannahme
Hauptfenster Heidelbeeren: Nov bis Mai. Das sind sieben von zwölf Monaten. Im Fenster liegen November, Dezember, Januar, Februar, März, April und Mai. Außerhalb liegen Juni, Juli, August, September und Oktober. Der Status lautet Verfügbarkeit auf Anfrage.
Das Hauptfenster umfasst Nov bis Mai. Das sind sieben von zwölf Monaten.
- Monat im Hauptfenster
- Monat außerhalb
Ein Quartal heißt voll, wenn alle drei Monate im Hauptfenster liegen. Es heißt teils, wenn ein oder zwei Monate darin liegen. Es heißt ohne, wenn kein Monat darin liegt.
Die Monatsleiste zeigt das übliche Erntefenster der Herkunft, sie ist keine Zusage für eine Kalenderwoche. Verbindlich werden Menge und Termin erst mit unserer Auftragsbestätigung.

Beeren, Handelsform
Brombeeren
Brombeeren zeigen Wärme im Transport als Rückfärbung einzelner Steinfrüchtchen und sind damit gut prüfbar.
Brombeeren stehen ebenfalls unter der allgemeinen Vermarktungsnorm, also ohne Klasse und ohne Größensortierung. Anders als bei Himbeeren bleibt der Blütenboden beim Pflücken in der Frucht, wodurch sie fester wirkt und etwas mehr Handhabung verträgt. Handbook 66 beschreibt die Reife über drei Merkmale: durchgehend schwarze Farbe, Glanz sowie leichtes Ablösen vom Fruchtstiel bei gleichzeitig fester Frucht.
Der Reifezeitpunkt ist bei dieser Art eine Geschmacksfrage und keine Optikfrage. Brombeeren verlieren mit der Reife Säure und schmecken bei nur teilweiser Ausfärbung deutlich adstringierend. Eine matte, teils rötliche Partie ist deshalb kein Schönheitsfehler, sondern ein Hinweis auf zu frühe Ernte.
Für die Vorkühlung nennt Handbook 66 eine Druckluftkühlung auf 5 Grad Celsius binnen vier Stunden nach der Ernte und einen Versand unterhalb von 5 Grad Celsius. Gelagert werden Brombeeren bei minus 0,5 bis 0 Grad Celsius und über 90 Prozent relativer Luftfeuchte, die erreichbare Dauer schwankt sortenabhängig zwischen zwei und vierzehn Tagen. Wie bei Himbeeren genügt ein Tag bei Raumtemperatur, um Grauschimmel wachsen zu lassen.
Ein Befund ist bei dieser Art besonders aussagekräftig. Bereits ausgefärbte Früchte färben einzelne Steinfrüchtchen wieder rot zurück, wenn die Kerntemperatur zu hoch war. Die University of Georgia nennt dafür eine Schwelle um 23 Grad Celsius. Rote Flecken in einer sonst schwarzen Partie sind damit ein sichtbarer Hinweis auf Wärme in der Kette und nicht auf eine Sorteneigenschaft.
Worauf der Einkauf achtet
- Rot zurückgefärbte Steinfrüchtchen zählen, sie zeigen zu hohe Kerntemperatur in der Kette und nicht eine Sorteneigenschaft
- Matte, teils rötliche Früchte aussortieren, sie sind unreif und schmecken adstringierend
- Kerntemperatur messen, weil der Versandbereich dieser Art unterhalb von 5 Grad Celsius liegt
- Schalenboden auf austretenden Saft und die Kartonage auf Feuchtigkeit prüfen
- Grauer Sporenrasen mit verklebten Nachbarfrüchten ist Grauschimmel, eine weiche, wässrige Frucht mit schwarzen Sporenträgern dagegen Weichfäule
- Schalen aus mehreren Lagen und mehreren Paletten ziehen statt nur aus der obersten Reihe
Merkmale Brombeeren
- Vermarktungsnorm
- allgemeine Vermarktungsnorm, keine Klasseneinteilung und keine GrößensortierungArtikel 2 und Anhang I Teil A der Delegierten Verordnung (EU) 2023/2429
- Toleranz
- 10 Prozent nach Anzahl oder Gewicht außerhalb der Mindestanforderungen, davon höchstens 2 Prozent mit VerderbAnhang I Teil A Nummer 3 der Delegierten Verordnung (EU) 2023/2429
- Reifemerkmale
- durchgehend schwarz, glänzend, löst sich leicht vom Fruchtstiel und bleibt dabei festUSDA Agriculture Handbook 66
- Vorkühlung
- Druckluftkühlung auf 5 Grad Celsius binnen vier Stunden nach der Ernte, Versand unterhalb von 5 Grad CelsiusUSDA Agriculture Handbook 66
- Temperatur und Lagerdauer
- minus 0,5 bis 0 Grad Celsius bei über 90 Prozent relativer Luftfeuchte, zwei bis vierzehn Tage je nach Sorte, Gefrierpunkt bei minus 0,8 Grad CelsiusUSDA Agriculture Handbook 66
- Atmungsrate
- 18 bis 20 mg Kohlendioxid je Kilogramm und Stunde bei 0 Grad Celsius, 62 mg bei 10 Grad CelsiusUSDA Agriculture Handbook 66
- Ethylen
- Produktion 0,1 bis 2 Mikroliter je Kilogramm und Stunde, sortenabhängig, Ethylen begünstigt GrauschimmelUSDA Agriculture Handbook 66
- Modifizierte Atmosphäre
- 10 bis 20 Prozent Kohlendioxid bei 5 bis 10 Prozent Sauerstoff gegen Fäulnis und ErweichungUSDA Agriculture Handbook 66
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Vermarktungsnorm | allgemeine Vermarktungsnorm, keine Klasseneinteilung und keine GrößensortierungArtikel 2 und Anhang I Teil A der Delegierten Verordnung (EU) 2023/2429 |
| Toleranz | 10 Prozent nach Anzahl oder Gewicht außerhalb der Mindestanforderungen, davon höchstens 2 Prozent mit VerderbAnhang I Teil A Nummer 3 der Delegierten Verordnung (EU) 2023/2429 |
| Reifemerkmale | durchgehend schwarz, glänzend, löst sich leicht vom Fruchtstiel und bleibt dabei festUSDA Agriculture Handbook 66 |
| Vorkühlung | Druckluftkühlung auf 5 Grad Celsius binnen vier Stunden nach der Ernte, Versand unterhalb von 5 Grad CelsiusUSDA Agriculture Handbook 66 |
| Temperatur und Lagerdauer | minus 0,5 bis 0 Grad Celsius bei über 90 Prozent relativer Luftfeuchte, zwei bis vierzehn Tage je nach Sorte, Gefrierpunkt bei minus 0,8 Grad CelsiusUSDA Agriculture Handbook 66 |
| Atmungsrate | 18 bis 20 mg Kohlendioxid je Kilogramm und Stunde bei 0 Grad Celsius, 62 mg bei 10 Grad CelsiusUSDA Agriculture Handbook 66 |
| Ethylen | Produktion 0,1 bis 2 Mikroliter je Kilogramm und Stunde, sortenabhängig, Ethylen begünstigt GrauschimmelUSDA Agriculture Handbook 66 |
| Modifizierte Atmosphäre | 10 bis 20 Prozent Kohlendioxid bei 5 bis 10 Prozent Sauerstoff gegen Fäulnis und ErweichungUSDA Agriculture Handbook 66 |
Gebinde und Palettierung
- Belüftete Klappdeckelschale, im europäischen Handel überwiegend 125 g, daneben 250 g
- Umkarton mit 12 Schalen als handelsübliche Standardeinheit
- Schalen stehen in einer Lage nebeneinander, die Frucht verträgt keinen Stapeldruck
- Zahl der Schalen je Karton und Nettogewicht je Karton gehören in die Anfrage
- Lagen je Palette richten sich nach der zulässigen Gesamthöhe an Ihrer Warenannahme
Hauptfenster Brombeeren: Mär bis Mai. Das sind drei von zwölf Monaten. Im Fenster liegen März, April und Mai. Außerhalb liegen Januar, Februar, Juni, Juli, August, September, Oktober, November und Dezember. Der Status lautet Verfügbarkeit auf Anfrage.
Das Hauptfenster umfasst Mär bis Mai. Das sind drei von zwölf Monaten.
- Monat im Hauptfenster
- Monat außerhalb
Ein Quartal heißt voll, wenn alle drei Monate im Hauptfenster liegen. Es heißt teils, wenn ein oder zwei Monate darin liegen. Es heißt ohne, wenn kein Monat darin liegt.
Brombeeren laufen im Frühjahr und liegen damit am hinteren Ende des Fensters der Warengruppe. Für die Wochen davor fragen Sie die Verfügbarkeit bitte gesondert an.
Die Monatsleiste zeigt das übliche Erntefenster der Herkunft, sie ist keine Zusage für eine Kalenderwoche. Verbindlich werden Menge und Termin erst mit unserer Auftragsbestätigung.
Saison
Lieferfenster im Jahresverlauf
Das übliche Erntefenster der Herkunft liegt etwa zwischen November und Mai. Himbeeren und Heidelbeeren tragen das Fenster über die volle Länge, Erdbeeren laufen im Kern des Winters und Brombeeren im Frühjahr. Am Rand des Fensters prüfen wir die Verfügbarkeit je Kalenderwoche und melden Ihnen das Ergebnis.
Hauptfenster Beeren: November bis Mai, Erdbeeren ab Dezember. Das sind sieben von zwölf Monaten. Im Fenster liegen November, Dezember, Januar, Februar, März, April und Mai. Außerhalb liegen Juni, Juli, August, September und Oktober. Der Status lautet Verfügbarkeit auf Anfrage.
Das Hauptfenster umfasst November bis Mai, Erdbeeren ab Dezember. Das sind sieben von zwölf Monaten.
- Monat im Hauptfenster
- Monat außerhalb
Ein Quartal heißt voll, wenn alle drei Monate im Hauptfenster liegen. Es heißt teils, wenn ein oder zwei Monate darin liegen. Es heißt ohne, wenn kein Monat darin liegt.
Diese Angabe beschreibt das übliche Erntefenster. Sie ist eine Marktorientierung und keine Lieferzusage. Verbindlich wird ein Lieferfenster erst mit der Auftragsbestätigung.
Qualität und Normen
Zwei Normlagen, ein Wareneingang
In dieser Warengruppe gilt nicht eine Rechtslage, sondern zwei. Artikel 4 Absatz 1 der Delegierten Verordnung (EU) 2023/2429 zählt elf Erzeugnisse mit einer speziellen Vermarktungsnorm auf, unter den Beeren steht dort allein die Erdbeere. Himbeeren, Heidelbeeren und Brombeeren fallen deshalb nach Artikel 2 unter die allgemeine Vermarktungsnorm des Anhangs I Teil A. Das ist keine Formalie: Bei Erdbeeren ist die Klassenangabe auf dem Packstück Pflicht, bei den drei übrigen Arten kennt das Unionsrecht überhaupt keine Klasse.
Die allgemeine Norm verlangt gesunde, saubere und ganze Ware ohne Fäulnis, ohne anomale äußere Feuchtigkeit und ohne fremden Geruch, dazu einen zufriedenstellenden, nicht überreifen Reifezustand. Ihre Toleranz beträgt 10 Prozent nach Anzahl oder Gewicht, davon höchstens 2 Prozent mit Verderb. An Angaben verlangt sie auf dem Packstück nur Packer oder Absender sowie den vollständigen Namen des Ursprungslandes. Alles Weitere, also Güte, Kaliber und Aufmachung, ergibt sich aus dem Vertrag und nicht aus dem Gesetz.
Die UNECE führt Erdbeeren unter FFV-35 und Beerenobst unter FFV-57. Diese Normen sind kein Unionsrecht, sondern internationale Handelsmaßstäbe. Artikel 2 Absatz 2 der Delegierten Verordnung (EU) 2023/2429 verknüpft beide Ebenen trotzdem: Wer nachweist, dass eine Sendung einer geltenden UNECE-Norm entspricht, erfüllt damit die allgemeine Vermarktungsnorm. Zahlenwerte aus FFV-35 und FFV-57 nennen wir auf dieser Seite nicht, weil der Volltext beider Dokumente während der Recherche nicht abrufbar war.
Der beherrschende Befund am Wareneingang ist Grauschimmel, verursacht durch Botrytis cinerea. Der Erreger dringt nach Angabe des Pflanzenschutzprogramms der University of California überwiegend während der Blüte in die Pflanze ein und verharrt dann als latente Infektion im unreifen Gewebe. Sichtbar wird er erst mit der Fruchtreife, häufig also erst nach der Ernte. Der Pilz wächst auch bei 0 Grad Celsius weiter, dort allerdings langsam. Bei Erdbeeren kommen keine Nacherntefungizide zum Einsatz, weshalb Kühlung, unversehrte Ware und das Aussortieren beschädigter Früchte die einzigen Werkzeuge sind.
Daraus folgt eine Regel für die Beweisführung, die im Streitfall zählt. Einzelne befallene Früchte belegen keinen Fehler in der Kühlkette, weil die Infektion aus dem Bestand stammt und auch bei richtig gefahrener Ware langsam weiterläuft. Aussagekräftig sind Ausmaß und Verteilung: Ein flächiger Befall über viele Schalen mit verklebten Nestern bei kurzer Laufzeit spricht für eine verzögerte Vorkühlung oder für Wärme unterwegs. Umgekehrt beweist eine saubere Partie nicht, dass die Kühlkette gehalten hat. Belastbar ist deshalb nur die Temperaturaufzeichnung.
Eigene Zertifikate führen wir auf unserer Handelsstufe derzeit nicht. Ob für den liefernden Erzeugerbetrieb und den Packbetrieb ein Prüfstandard vorliegt, teilen wir Ihnen betriebsbezogen mit, sofern uns der Nachweis vorliegt. Betriebe ohne Nachweis weisen wir ebenfalls aus. Eine produktbezogene Zertifizierungsaussage machen wir nicht.
- Erdbeeren, Klasse Extra: Gesamttoleranz 5 Prozent Ware in Klasse I, davon höchstens 0,5 Prozent in Klasse II
- Erdbeeren, Klasse I: Gesamttoleranz 10 Prozent Ware in Klasse II, davon höchstens 2 Prozent unter den Mindesteigenschaften oder mit Verderb
- Erdbeeren, Klasse II: Gesamttoleranz 10 Prozent, davon höchstens 2 Prozent mit Verderb, dazu in allen Klassen 10 Prozent Größentoleranz
- Himbeeren, Heidelbeeren und Brombeeren: 10 Prozent außerhalb der Mindestanforderungen, davon höchstens 2 Prozent mit Verderb, eine Klassenangabe ist nicht vorgesehen
- Weichfäule durch Rhizopus wächst unterhalb von 5 Grad Celsius nicht, ihr Auftreten am Wareneingang zeigt deshalb Wärme in der Kette an
- Als Referenz für eine vertragliche Fäulnisgrenze dient häufig die Prüfanweisung des USDA Agricultural Marketing Service mit 2 Prozent bei Erdbeeren sowie 1 Prozent bei Himbeeren und Brombeeren in der jeweils höheren Handelsstufe, das ist eine Norm der Vereinigten Staaten und kein Unionsrecht
- Dieselbe Prüfanweisung zieht mindestens 1 Prozent der Packstücke als Stichprobe, bei Partien unter 300 Packstücken mindestens drei Packstücke, dazu mindestens drei Temperaturmessungen je Partie
- Erdbeeren für die industrielle Verarbeitung fallen nicht unter die spezielle Vermarktungsnorm, das gehört in die Bestellung
Transport und Temperatur
Vorkühlung, Temperatur und Laufzeit
Bei Beeren entscheidet die Vorkühlung über die Partie, nicht die Kühlung unterwegs. Handbook 66 verlangt bei Erdbeeren den Kühlbeginn binnen einer Stunde nach der Ernte, bei Brombeeren die Druckluftkühlung auf 5 Grad Celsius binnen vier Stunden und bei Himbeeren auf 1 Grad Celsius binnen zwölf Stunden. Das Commodity Storage Manual der World Food Logistics Organization beziffert den Preis der Verzögerung bei Erdbeeren mit rund 5 Prozent weniger marktfähiger Ware je Stunde und nennt für Ware bei 10 Grad Celsius nur ein Drittel der Haltbarkeit von Ware bei 0 Grad Celsius. Feldwärme, die im Palettenkern bleibt, lässt sich unterwegs nicht mehr herausholen.
Aus der Vorkühlung folgt die Anforderung an das Gebinde. Druckluftkühlung braucht einen Weg für die Luft, deshalb entscheidet die Ventilationsfläche von Schale und Karton mit darüber, ob der Palettenkern die Zieltemperatur erreicht. Ein dicht geschlossenes Gebinde mit korrekter Lufttemperatur am Aggregat ergibt eine warme Palettenmitte. Wir nennen deshalb im Transportauftrag die Zieltemperatur der Ware und nicht die des Laderaums.
Der Zielbereich liegt bei dieser Warengruppe dicht am Gefrierpunkt. Erdbeeren gefrieren bei minus 0,8 Grad Celsius, Himbeeren und Heidelbeeren bei minus 1,1 Grad Celsius. Handbook 66 ordnet Beeren zugleich der Gruppe mit der höchsten Empfindlichkeit gegenüber Frostschäden zu, das Schadbild ist ein wässriges, glasiges Aussehen mit Festigkeitsverlust nach dem Auftauen. Zwischen richtig gekühlt und zu kalt liegt bei Beeren rund ein Grad, was einen Datenlogger in der Ladung statt am Aggregat zur Voraussetzung jeder späteren Klärung macht.
Alle vier Arten sind nicht klimakterisch, sie reifen nach der Ernte also nicht nach. Ethylen wirkt trotzdem, weil es nach Handbook 66 bei allen vier Arten das Wachstum von Botrytis cinerea anregt und bei Himbeeren zusätzlich die Farbe ins Purpurne dunkelt. Für die Ladeplanung folgt daraus eine harte Regel: Beeren laufen nicht gemeinsam mit ausgeprägten Ethylenbildnern wie Äpfeln, Bananen, Avocados oder Melonen.
Der Regelweg ab dieser Herkunft ist der Kühllastwagen über die Fähre von Tanger Med nach Algeciras, die Überfahrt selbst dauert rund zwei Stunden. Luftfracht ist bei marokkanischen Beeren in den deutschsprachigen Handel nicht der übliche Weg, die Entfernung trägt die Kosten nicht. Die Laufzeit ab Packbetrieb nennen wir je Sendung, weil sie an Verladeort, Wartezeit am Hafen und Zielort hängt. Die Mindestrestlaufzeit sowie ihren Bezugspunkt vereinbaren wir schriftlich, weil frisches Obst kein Mindesthaltbarkeitsdatum trägt.
- Zieltemperatur der Ware im Transportauftrag, keine Mischladung mit einer Durchschnittstemperatur
- Temperaturlogger in der Ladung statt am Kühlaggregat, sonst ist der Messwert im Streitfall wertlos
- Keine gemeinsame Ladung mit Äpfeln, Bananen, Avocados oder Melonen
- Ventilationsfläche von Schale und Karton vor der ersten Bestellung klären, sie entscheidet über die Wirkung der Vorkühlung
- Mindestrestlaufzeit in Tagen mit Bezugspunkt, also ab Packdatum oder ab Wareneingang
- Kerntemperatur bei Anlieferung messen und im Prüfprotokoll festhalten

Fragen und Antworten
Häufige Fragen zu Beeren
Antworten auf das, was der Einkauf zu Beeren regelmäßig fragt.
Weil das Unionsrecht für diese drei Arten keine Klasse kennt. Artikel 4 Absatz 1 der Delegierten Verordnung (EU) 2023/2429 zählt elf Erzeugnisse mit einer speziellen Vermarktungsnorm auf, unter den Beeren steht dort allein die Erdbeere. Die drei übrigen Arten fallen unter die allgemeine Vermarktungsnorm des Anhangs I Teil A, die Mindesteigenschaften, Mindestreife, eine Toleranz von 10 Prozent sowie die Angabe von Packer und Ursprungsland verlangt, jedoch keine Klasseneinteilung. Wer bei Himbeeren Klasse I bestellt, bestellt damit nichts Prüfbares. Wir vereinbaren stattdessen Zielwerte für Farbe, Festigkeit und den zulässigen Anteil zerfallener oder auslaufender Früchte.
Weil das Schalenformat bei dieser Warengruppe die Position bestimmt und nicht das Kilogramm. Aus dem Füllgewicht je Schale, der Zahl der Schalen je Karton und der Aufmachung ergeben sich Nettogewicht, Palettenbelegung und Preis. Üblich sind im europäischen Handel 125 g bei Himbeeren und Brombeeren, 125 g bis 500 g bei Heidelbeeren sowie 250 g und 500 g bei Erdbeeren, häufig zu 12 Schalen je Karton. Das Schalengewicht allein ergibt noch keine Kalkulationsgröße, erst die Zahl der Schalen je Karton macht die Position rechenbar. Nennen Sie uns beides zusammen, dazu ob Sie in Mehrweg oder in Einweg beliefert werden möchten.
Drei Befunde sprechen dafür. Der erste ist Weichfäule durch Rhizopus, also weiche, wässrige Früchte mit schwarzen Sporenträgern. Dieser Pilz wächst nach Handbook 66 unterhalb von 5 Grad Celsius nicht, sein Auftreten belegt damit Wärme in der Kette. Der zweite betrifft Brombeeren: Einzelne Steinfrüchtchen färben sich an bereits schwarzer Ware wieder rot zurück, wofür die University of Georgia eine Schwelle um 23 Grad Celsius Kerntemperatur nennt. Der dritte ist Kondenswasser an Schalenfolie und Kartonage, das auf einen Temperatursprung hindeutet. Grauschimmel allein ist kein Beweis, weil Botrytis auch bei 0 Grad Celsius langsam weiterwächst und die Infektion oft schon im Bestand beginnt. Messen Sie in jedem Fall die Kerntemperatur in der Frucht und halten Sie das Ergebnis fest, bevor Sie beanstanden.
Das hängt an Art, Strecke und Ihrer Aufmachung, deshalb legen wir es je Artikel fest. Handbook 66 nennt für Erdbeeren 10 bis 15 Prozent Kohlendioxid, für Himbeeren und Brombeeren 10 bis 20 Prozent Kohlendioxid bei 5 bis 10 Prozent Sauerstoff sowie für Heidelbeeren 10 bis 15 Prozent Kohlendioxid bei 1 bis 10 Prozent Sauerstoff. Kohlendioxid bremst Botrytis, oberhalb von 20 Prozent drohen jedoch Verfärbung, Erweichung und Fehlaromen. Ausgeführt wird das üblicherweise als Palettenhaube und nicht in der einzelnen Schale, weshalb es Handhabung und Abladezeit an Ihrer Rampe verändert. Wenn Sie damit beliefert werden möchten, gehört es in die Spezifikation.
Der übliche Weg ab dieser Herkunft ist der Kühllastwagen über die Fähre von Tanger Med nach Algeciras und von dort über Land. Die Überfahrt selbst dauert rund zwei Stunden. Luftfracht ist bei marokkanischen Beeren in den deutschsprachigen Handel nicht der Regelfall, weil die Entfernung die Kosten nicht rechtfertigt. Der kritische Punkt der Strecke ist nicht die Fahrzeit, sondern die Wartezeit vor der Verladung: Die Tanger Med Port Authority weist für 2024 rund 517.000 abgefertigte Lastwagen und zwei Stunden durchschnittliche Abfertigung in der Exportzone aus, an Spitzentagen berichtet die marokkanische Fachpresse von deutlich längeren Zeiten. Eine Laufzeit in Tagen nennen wir deshalb je Sendung und nicht pauschal.
Verbindlich wird eine Menge erst mit unserer Auftragsbestätigung. Bis dahin gilt für jede Handelsform auf dieser Seite der Status „Verfügbarkeit auf Anfrage“, auch mitten im Hauptfenster.
