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MOROCCOFRUIT TRADE, zur Startseite

Allgemeine Informationen

Bei Beeren entscheidet die Zeitspanne zwischen Ernte und Vorkühlung über die Ware, nicht die Sortierung. Diese Seite beschreibt vier Handelsformen mit ihrer Normlage, ihren Schalenformaten und ihrer Temperaturführung. Menge und Lieferfenster prüfen wir je Kalenderwoche, der Status lautet in jedem Monat Verfügbarkeit auf Anfrage.

Übliches Erntefenster der Herkunft
November bis Mai, Erdbeeren im Kern des WintersSaisonverlauf der Anbauregion, keine Lieferzusage
Vermarktungsnorm
Erdbeeren speziell geregelt, Himbeeren, Heidelbeeren und Brombeeren unter der allgemeinen NormArtikel 2 und Artikel 4 Absatz 1 der Delegierten Verordnung (EU) 2023/2429
Mindestgröße Erdbeeren
25 mm in Klasse Extra, 18 mm in Klasse I und Klasse II, gemessen am größten QuerdurchmesserAnhang I Teil B Teil 7 Abschnitt III der Delegierten Verordnung (EU) 2023/2429
Vorkühlung
Erdbeeren binnen einer Stunde nach der Ernte, Heidelbeeren binnen einer Stunde auf unter 10 Grad Celsius, Brombeeren auf 5 Grad Celsius binnen vier Stunden, Himbeeren auf 1 Grad Celsius binnen zwölf StundenUSDA Agriculture Handbook 66
Transporttemperatur
0 Grad Celsius bei Erdbeeren, minus 0,5 bis 0 Grad Celsius bei den drei übrigen Arten, jeweils über 90 Prozent relative LuftfeuchteUSDA Agriculture Handbook 66
Status
Verfügbarkeit auf Anfragegilt in jedem Monat, auch im Hauptfenster

Einordnung

Das europäische Winterfenster und warum es bei Beeren eng ist

Der marokkanische Beerenanbau liegt im Nordwesten des Landes, im Küstenstreifen zwischen Larache und Kénitra. Fachlich unterscheidet der Handel dort zwei benachbarte Gebiete: die Region Loukkos um Larache sowie die bewässerte Ebene des Gharb um Kénitra und Moulay Bousselham. Beide liegen am Atlantik, tragen sandige Böden und arbeiten überwiegend unter Folientunneln. Der Heidelbeeranbau hat sich seit den 2010er Jahren zusätzlich nach Süden ausgedehnt, wodurch das Erntefenster dieser Art noch früher beginnt.

Die Warengruppe hat sich in wenigen Jahren verschoben. Nach Zahlen von FreshPlaza zur Saison 2024/25 entfielen von rund 121.000 Tonnen exportierter Beeren 41 Prozent auf Heidelbeeren, 38 Prozent auf Himbeeren und 21 Prozent auf Erdbeeren. Ein handelsrechtlicher Grund steht dahinter: Anders als Tomaten und Gurken unterliegt keine Beerenart dem Einfuhrpreissystem der Union. Diese Zahlen beschreiben den Markt und nicht unser Angebot.

Für den Einkauf ist an dieser Herkunft die Laufzeit die eigentliche Größe. Beeren tragen je nach Art wenige Tage Haltbarkeit, der Regelweg führt über den Kühllastwagen und die Fähre von Tanger Med nach Algeciras. Jede Stunde Wartezeit vor der Verladung geht bei dieser Ware unmittelbar von der Zeit ab, die Ihnen im Zielmarkt bleibt. Aus diesem Grund steht bei Beeren die Frage nach dem Verladetag vor der Frage nach dem Preis.

Über die Ursprungsangabe entscheidet nicht diese Seite, sondern das Ursprungszeugnis der einzelnen Partie. Für Obst und Gemüse mit Ursprung in den Regionen Laâyoune-Sakia El Hamra sowie Dakhla-Oued Eddahab tritt seit dem 4. Oktober 2025 die Angabe der Ursprungsregion an die Stelle der Landesangabe. Grundlage sind der Beschluss (EU) 2025/2022 des Rates vom 2. Oktober 2025 sowie die Delegierte Verordnung (EU) 2025/2652. Wir behaupten deshalb keine einheitliche Herkunft für das gesamte Sortiment, sondern nennen Ihnen je Partie, was in den Papieren steht.

  • Das Erntefenster der Herkunft liegt üblicherweise zwischen November und Mai, es ersetzt keine Aussage zu einer einzelnen Kalenderwoche.
  • Schalenformat, Schalen je Karton, Handelsgüte, Zieltemperatur und Mindestrestlaufzeit legen wir vor der ersten Bestellung schriftlich fest.
  • Die Herkunftsangabe je Charge entnehmen Sie den Ursprungsdokumenten, nicht einer pauschalen Angabe auf dieser Seite.
Rote Erdbeeren mit grünem Kelch liegen dicht nebeneinander, einzelne Früchte tragen an der Schulter eine helle Stelle.

Beeren, Handelsform

Erdbeeren

Erdbeeren sind die einzige Beerenart mit einer eigenen Vermarktungsnorm der Union.

Für Erdbeeren gilt eine spezielle Vermarktungsnorm nach Anhang I Teil B Teil 7 der Delegierten Verordnung (EU) 2023/2429. Sie kennt drei Klassen: Extra, Klasse I sowie Klasse II. Erdbeeren für die industrielle Verarbeitung fallen ausdrücklich nicht unter diese Norm. Zu den Mindesteigenschaften gehört, dass die Frucht ihren Kelch trägt, dass Kelch und Stiel frisch sind und dass die Frucht von frischem Aussehen ist, jedoch nicht gewaschen.

Die Größe wird nach dem größten Querdurchmesser bestimmt. Die Mindestgröße beträgt 25 mm in Klasse Extra sowie 18 mm in Klasse I und Klasse II, für Walderdbeeren schreibt die Norm keine Mindestgröße vor. Eine Höchstgröße oder eine Kalibertabelle gibt es nicht. Wer eine engere Zielspanne braucht, vereinbart sie zusätzlich zur Norm, weil sie sich daraus nicht ergibt.

Die Klassen unterscheiden sich in messbaren Grenzen. Klasse Extra verlangt das sortentypische glänzende Aussehen sowie Freiheit von Erde. Außer sehr leichten oberflächlichen Fehlern lässt sie nichts zu. Klasse I erlaubt einen leichten Formfehler, eine weiße Stelle bis zu einem Zehntel der Fruchtoberfläche sowie leichte oberflächliche Druckstellen. Klasse II lässt Formfehler, eine weiße Stelle bis zu einem Fünftel der Fruchtoberfläche, leichte trockene Quetschungen sowie leichte Spuren von Erde zu.

Nach der Ernte zählt die Uhr. Handbook 66 verlangt den Kühlbeginn binnen einer Stunde nach der Ernte und bezeichnet die Temperaturführung als den einzelnen wichtigsten Faktor für die Haltbarkeit. Bei 0 Grad Celsius sind je nach Krankheitsdruck bis zu sieben Tage erreichbar. Der Zuckergehalt steigt nach der Ernte nicht mehr, ein niedriger Brixwert lässt sich also durch Lagerung nicht ausgleichen.

Worauf der Einkauf achtet

  • Kelch zuerst ansehen: Die Norm verlangt den Kelch an der Frucht, welke oder braune Kelche verletzen die Mindesteigenschaften unabhängig von der Klasse
  • Weiße Stellen abschätzen und gegen die Klasse halten, Klasse I lässt ein Zehntel und Klasse II ein Fünftel der Fruchtoberfläche zu
  • Schalenboden und Kartonboden ansehen, austretender Saft und durchgeweichte Wellpappe zeigen Druckschäden oder beginnenden Verderb
  • Kerntemperatur in der Frucht messen und nicht die Lufttemperatur am Kühlaggregat ablesen
  • Schalen aus unteren Lagen öffnen, weil der sichtbare Teil des Packstücks nach der Norm für den Gesamtinhalt repräsentativ sein muss
  • Verklebte Nester aus mehreren Früchten deuten auf Grauschimmel hin, der von einer beschädigten Frucht auf die Nachbarn übergegangen ist
Viele rote Himbeeren liegen dicht übereinander, die hohle Mitte der einzelnen Früchte ist gut zu erkennen.

Beeren, Handelsform

Himbeeren

Himbeeren sind die empfindlichste der vier Handelsformen, eine Klasse gibt die Norm hier nicht vor.

Himbeeren fallen unter die allgemeine Vermarktungsnorm nach Anhang I Teil A der Delegierten Verordnung (EU) 2023/2429. Sie verlangt Mindesteigenschaften und Mindestreife, sie kennt jedoch weder eine Klasseneinteilung noch eine Größensortierung. Vorgeschrieben sind auf dem Packstück nur Packer oder Absender sowie der vollständige Name des Ursprungslandes. Wer eine Güte über die Mindesteigenschaften hinaus braucht, vereinbart sie vertraglich, weil die Norm dafür keine Stufe bereithält.

Die Frucht ist ein Sammelsteinfruchtverband, der sich beim Pflücken vom Blütenboden löst und hohl bleibt. Aus diesem Bau folgen die typischen Befunde: Die Frucht zerfällt in einzelne Steinfrüchtchen, sie verliert Saft und sie schrumpft bei zu trockener Luft. Handbook 66 nennt Schrumpfen durch Wasserverlust, auslaufende Früchte sowie weiße Steinfrüchtchen durch Sonneneinstrahlung als die maßgeblichen Störungen.

Himbeeren gehören zu den Erzeugnissen mit hoher Atmungsintensität. Handbook 66 verlangt Druckluftkühlung auf 1 Grad Celsius binnen zwölf Stunden nach der Ernte und nennt für die Lagerung minus 0,5 bis 0 Grad Celsius bei über 90 Prozent relativer Luftfeuchte. Die erreichbare Dauer liegt sortenabhängig bei zwei bis fünf Tagen. Ein einziger Tag bei 20 Grad Celsius genügt, um Grauschimmel wachsen zu lassen.

Bei längeren Strecken arbeitet der Handel mit modifizierter Atmosphäre. Für Himbeeren nennt Handbook 66 10 bis 20 Prozent Kohlendioxid bei 5 bis 10 Prozent Sauerstoff, wodurch Atmung, Ethylenbildung, Erweichung und Schimmelwachstum langsamer laufen. Oberhalb von 20 Prozent Kohlendioxid drohen Verfärbung, Erweichung und Fehlaromen. Wenn Sie mit modifizierter Atmosphäre beliefert werden möchten, gehört das in die Spezifikation, weil es die Aufmachung der Palette verändert.

Worauf der Einkauf achtet

  • Schalenboden auf austretenden Saft prüfen, Himbeeren sind unter den vier Arten der häufigste Fall
  • Zerfallene Früchte zählen, ein hoher Anteil einzelner Steinfrüchtchen zeigt Überreife oder harte Handhabung
  • Weiße Steinfrüchtchen an der Sonnenseite unterscheiden sich von Schimmel, sie sind ein Sonnenschaden aus dem Bestand
  • Kondenswasser an der Schalenfolie deutet auf einen Temperatursprung während des Transports hin
  • Auffällig dunkle, ins Purpurne gehende Ware kann auf Ethylen in der Ladung zurückgehen
  • Kerntemperatur in der Frucht messen und das Ergebnis im Prüfprotokoll festhalten
Blaue Heidelbeeren mit hellem Wachsfilm liegen dicht an dicht, der sternförmige Kelchansatz zeigt nach oben.

Beeren, Handelsform

Heidelbeeren

Heidelbeeren atmen von den vier Handelsformen am schwächsten und tragen deshalb die längste Laufzeit.

Auch Kulturheidelbeeren stehen unter der allgemeinen Vermarktungsnorm. Eine Klassenangabe ist dort nicht vorgesehen, eine Größensortierung ebenso wenig. Im Handel wird die Größe trotzdem vereinbart, weil sie über die Optik in der Schale entscheidet. Als dokumentierte Referenzskala dient die amerikanische Einteilung nach der Zahl der Beeren je 250 Milliliter: unter 90 Beeren gilt als sehr groß, 90 bis 129 als groß, 130 bis 189 als mittel und 190 bis 250 als klein. Das ist ein Handelsmaßstab der Vereinigten Staaten und kein Unionsrecht, er eignet sich aber als gemeinsame Sprache für eine Zielspanne.

Der physiologische Unterschied zu den drei übrigen Arten ist messbar. Bei 10 Grad Celsius atmen Heidelbeeren mit 23 bis 35 mg Kohlendioxid je Kilogramm und Stunde, Erdbeeren dagegen mit 50 bis 100 mg. Die Lagerdauer läuft der Atmungsrate entgegengesetzt, deshalb sind bei Heidelbeeren rund zwei Wochen erreichbar, während Himbeeren nach wenigen Tagen abgeräumt sind. Der Transport Information Service nennt je nach Quelle 7 bis 21 Tage, unter günstigen Bedingungen deutlich mehr.

Die bläulich helle Schicht auf der Schale ist ein Wachsfilm der Frucht selbst und kein Belag. Sie gilt als Frischemerkmal, weil sie beim Abrieb durch harte Handhabung verlorengeht und nicht zurückkommt. Kulturheidelbeeren haben helles Fruchtfleisch und färben deshalb bei Beschädigung nicht ab, anders als Waldheidelbeeren. Der Transport Information Service nennt sie zugleich als sehr druckempfindlich und als empfindlich gegenüber Fremdgeruch.

Für die Lüftung nennt derselbe Dienst einen fünffachen Luftwechsel je Stunde und warnt zugleich davor, zu stark zu lüften, weil die Beeren sonst Feuchtigkeit verlieren und schrumpfen. Gegenüber hohen Kohlendioxidwerten und niedrigen Sauerstoffwerten gelten Heidelbeeren als unempfindlich, was den Einsatz modifizierter Atmosphäre erleichtert. Handbook 66 nennt dafür 10 bis 15 Prozent Kohlendioxid bei 1 bis 10 Prozent Sauerstoff und höchstens 5 Grad Celsius.

Worauf der Einkauf achtet

  • Wachsfilm auf der Schale prüfen, eine abgeriebene, glänzende Frucht zeigt harte Handhabung im Packbetrieb oder auf der Strecke
  • Stielansatz und Blütenansatz ansehen, dort setzt der Schimmel nach Angabe des Transport Information Service zuerst an
  • Belagfarbe unterscheiden: grau und flauschig steht für Grauschimmel, grünlich oliv mit Beginn am Stielansatz für Alternaria, orange und feucht glänzend für Anthraknose
  • Kaliber gegen die vereinbarte Spanne prüfen, weil weder Norm noch Etikett dazu eine Pflichtangabe tragen
  • Anteil weicher und geplatzter Beeren je Schale zählen und im Prüfprotokoll festhalten
  • Fremdgeruch prüfen, Heidelbeeren nehmen ihn nach Angabe des Transport Information Service leicht an
  • Kondenswasser in der Schale deutet auf einen Temperatursprung hin und begünstigt Schimmel
Drei durchgehend schwarze, glänzende Brombeeren liegen einzeln vor hellem Hintergrund, die einzelnen Steinfrüchtchen sind deutlich zu sehen.

Beeren, Handelsform

Brombeeren

Brombeeren zeigen Wärme im Transport als Rückfärbung einzelner Steinfrüchtchen und sind damit gut prüfbar.

Brombeeren stehen ebenfalls unter der allgemeinen Vermarktungsnorm, also ohne Klasse und ohne Größensortierung. Anders als bei Himbeeren bleibt der Blütenboden beim Pflücken in der Frucht, wodurch sie fester wirkt und etwas mehr Handhabung verträgt. Handbook 66 beschreibt die Reife über drei Merkmale: durchgehend schwarze Farbe, Glanz sowie leichtes Ablösen vom Fruchtstiel bei gleichzeitig fester Frucht.

Der Reifezeitpunkt ist bei dieser Art eine Geschmacksfrage und keine Optikfrage. Brombeeren verlieren mit der Reife Säure und schmecken bei nur teilweiser Ausfärbung deutlich adstringierend. Eine matte, teils rötliche Partie ist deshalb kein Schönheitsfehler, sondern ein Hinweis auf zu frühe Ernte.

Für die Vorkühlung nennt Handbook 66 eine Druckluftkühlung auf 5 Grad Celsius binnen vier Stunden nach der Ernte und einen Versand unterhalb von 5 Grad Celsius. Gelagert werden Brombeeren bei minus 0,5 bis 0 Grad Celsius und über 90 Prozent relativer Luftfeuchte, die erreichbare Dauer schwankt sortenabhängig zwischen zwei und vierzehn Tagen. Wie bei Himbeeren genügt ein Tag bei Raumtemperatur, um Grauschimmel wachsen zu lassen.

Ein Befund ist bei dieser Art besonders aussagekräftig. Bereits ausgefärbte Früchte färben einzelne Steinfrüchtchen wieder rot zurück, wenn die Kerntemperatur zu hoch war. Die University of Georgia nennt dafür eine Schwelle um 23 Grad Celsius. Rote Flecken in einer sonst schwarzen Partie sind damit ein sichtbarer Hinweis auf Wärme in der Kette und nicht auf eine Sorteneigenschaft.

Worauf der Einkauf achtet

  • Rot zurückgefärbte Steinfrüchtchen zählen, sie zeigen zu hohe Kerntemperatur in der Kette und nicht eine Sorteneigenschaft
  • Matte, teils rötliche Früchte aussortieren, sie sind unreif und schmecken adstringierend
  • Kerntemperatur messen, weil der Versandbereich dieser Art unterhalb von 5 Grad Celsius liegt
  • Schalenboden auf austretenden Saft und die Kartonage auf Feuchtigkeit prüfen
  • Grauer Sporenrasen mit verklebten Nachbarfrüchten ist Grauschimmel, eine weiche, wässrige Frucht mit schwarzen Sporenträgern dagegen Weichfäule
  • Schalen aus mehreren Lagen und mehreren Paletten ziehen statt nur aus der obersten Reihe

Saison

Lieferfenster im Jahresverlauf

Das übliche Erntefenster der Herkunft liegt etwa zwischen November und Mai. Himbeeren und Heidelbeeren tragen das Fenster über die volle Länge, Erdbeeren laufen im Kern des Winters und Brombeeren im Frühjahr. Am Rand des Fensters prüfen wir die Verfügbarkeit je Kalenderwoche und melden Ihnen das Ergebnis.

Hauptfenster Beeren: November bis Mai, Erdbeeren ab Dezember. Das sind sieben von zwölf Monaten. Im Fenster liegen November, Dezember, Januar, Februar, März, April und Mai. Außerhalb liegen Juni, Juli, August, September und Oktober. Der Status lautet Verfügbarkeit auf Anfrage.

Das Hauptfenster umfasst November bis Mai, Erdbeeren ab Dezember. Das sind sieben von zwölf Monaten.

  • Monat im Hauptfenster
  • Monat außerhalb

Ein Quartal heißt voll, wenn alle drei Monate im Hauptfenster liegen. Es heißt teils, wenn ein oder zwei Monate darin liegen. Es heißt ohne, wenn kein Monat darin liegt.

Diese Angabe beschreibt das übliche Erntefenster. Sie ist eine Marktorientierung und keine Lieferzusage. Verbindlich wird ein Lieferfenster erst mit der Auftragsbestätigung.

Transport und Temperatur

Vorkühlung, Temperatur und Laufzeit

Bei Beeren entscheidet die Vorkühlung über die Partie, nicht die Kühlung unterwegs. Handbook 66 verlangt bei Erdbeeren den Kühlbeginn binnen einer Stunde nach der Ernte, bei Brombeeren die Druckluftkühlung auf 5 Grad Celsius binnen vier Stunden und bei Himbeeren auf 1 Grad Celsius binnen zwölf Stunden. Das Commodity Storage Manual der World Food Logistics Organization beziffert den Preis der Verzögerung bei Erdbeeren mit rund 5 Prozent weniger marktfähiger Ware je Stunde und nennt für Ware bei 10 Grad Celsius nur ein Drittel der Haltbarkeit von Ware bei 0 Grad Celsius. Feldwärme, die im Palettenkern bleibt, lässt sich unterwegs nicht mehr herausholen.

Aus der Vorkühlung folgt die Anforderung an das Gebinde. Druckluftkühlung braucht einen Weg für die Luft, deshalb entscheidet die Ventilationsfläche von Schale und Karton mit darüber, ob der Palettenkern die Zieltemperatur erreicht. Ein dicht geschlossenes Gebinde mit korrekter Lufttemperatur am Aggregat ergibt eine warme Palettenmitte. Wir nennen deshalb im Transportauftrag die Zieltemperatur der Ware und nicht die des Laderaums.

Der Zielbereich liegt bei dieser Warengruppe dicht am Gefrierpunkt. Erdbeeren gefrieren bei minus 0,8 Grad Celsius, Himbeeren und Heidelbeeren bei minus 1,1 Grad Celsius. Handbook 66 ordnet Beeren zugleich der Gruppe mit der höchsten Empfindlichkeit gegenüber Frostschäden zu, das Schadbild ist ein wässriges, glasiges Aussehen mit Festigkeitsverlust nach dem Auftauen. Zwischen richtig gekühlt und zu kalt liegt bei Beeren rund ein Grad, was einen Datenlogger in der Ladung statt am Aggregat zur Voraussetzung jeder späteren Klärung macht.

Alle vier Arten sind nicht klimakterisch, sie reifen nach der Ernte also nicht nach. Ethylen wirkt trotzdem, weil es nach Handbook 66 bei allen vier Arten das Wachstum von Botrytis cinerea anregt und bei Himbeeren zusätzlich die Farbe ins Purpurne dunkelt. Für die Ladeplanung folgt daraus eine harte Regel: Beeren laufen nicht gemeinsam mit ausgeprägten Ethylenbildnern wie Äpfeln, Bananen, Avocados oder Melonen.

Der Regelweg ab dieser Herkunft ist der Kühllastwagen über die Fähre von Tanger Med nach Algeciras, die Überfahrt selbst dauert rund zwei Stunden. Luftfracht ist bei marokkanischen Beeren in den deutschsprachigen Handel nicht der übliche Weg, die Entfernung trägt die Kosten nicht. Die Laufzeit ab Packbetrieb nennen wir je Sendung, weil sie an Verladeort, Wartezeit am Hafen und Zielort hängt. Die Mindestrestlaufzeit sowie ihren Bezugspunkt vereinbaren wir schriftlich, weil frisches Obst kein Mindesthaltbarkeitsdatum trägt.

  • Zieltemperatur der Ware im Transportauftrag, keine Mischladung mit einer Durchschnittstemperatur
  • Temperaturlogger in der Ladung statt am Kühlaggregat, sonst ist der Messwert im Streitfall wertlos
  • Keine gemeinsame Ladung mit Äpfeln, Bananen, Avocados oder Melonen
  • Ventilationsfläche von Schale und Karton vor der ersten Bestellung klären, sie entscheidet über die Wirkung der Vorkühlung
  • Mindestrestlaufzeit in Tagen mit Bezugspunkt, also ab Packdatum oder ab Wareneingang
  • Kerntemperatur bei Anlieferung messen und im Prüfprotokoll festhalten
Auf einem Brett am Feldrand stehen mehrere Kisten mit Erdbeeren, dahinter reihen sich Obstbäume und Beete.

Fragen und Antworten

Häufige Fragen zu Beeren

Antworten auf das, was der Einkauf zu Beeren regelmäßig fragt.

Weil das Unionsrecht für diese drei Arten keine Klasse kennt. Artikel 4 Absatz 1 der Delegierten Verordnung (EU) 2023/2429 zählt elf Erzeugnisse mit einer speziellen Vermarktungsnorm auf, unter den Beeren steht dort allein die Erdbeere. Die drei übrigen Arten fallen unter die allgemeine Vermarktungsnorm des Anhangs I Teil A, die Mindesteigenschaften, Mindestreife, eine Toleranz von 10 Prozent sowie die Angabe von Packer und Ursprungsland verlangt, jedoch keine Klasseneinteilung. Wer bei Himbeeren Klasse I bestellt, bestellt damit nichts Prüfbares. Wir vereinbaren stattdessen Zielwerte für Farbe, Festigkeit und den zulässigen Anteil zerfallener oder auslaufender Früchte.

Weil das Schalenformat bei dieser Warengruppe die Position bestimmt und nicht das Kilogramm. Aus dem Füllgewicht je Schale, der Zahl der Schalen je Karton und der Aufmachung ergeben sich Nettogewicht, Palettenbelegung und Preis. Üblich sind im europäischen Handel 125 g bei Himbeeren und Brombeeren, 125 g bis 500 g bei Heidelbeeren sowie 250 g und 500 g bei Erdbeeren, häufig zu 12 Schalen je Karton. Das Schalengewicht allein ergibt noch keine Kalkulationsgröße, erst die Zahl der Schalen je Karton macht die Position rechenbar. Nennen Sie uns beides zusammen, dazu ob Sie in Mehrweg oder in Einweg beliefert werden möchten.

Drei Befunde sprechen dafür. Der erste ist Weichfäule durch Rhizopus, also weiche, wässrige Früchte mit schwarzen Sporenträgern. Dieser Pilz wächst nach Handbook 66 unterhalb von 5 Grad Celsius nicht, sein Auftreten belegt damit Wärme in der Kette. Der zweite betrifft Brombeeren: Einzelne Steinfrüchtchen färben sich an bereits schwarzer Ware wieder rot zurück, wofür die University of Georgia eine Schwelle um 23 Grad Celsius Kerntemperatur nennt. Der dritte ist Kondenswasser an Schalenfolie und Kartonage, das auf einen Temperatursprung hindeutet. Grauschimmel allein ist kein Beweis, weil Botrytis auch bei 0 Grad Celsius langsam weiterwächst und die Infektion oft schon im Bestand beginnt. Messen Sie in jedem Fall die Kerntemperatur in der Frucht und halten Sie das Ergebnis fest, bevor Sie beanstanden.

Das hängt an Art, Strecke und Ihrer Aufmachung, deshalb legen wir es je Artikel fest. Handbook 66 nennt für Erdbeeren 10 bis 15 Prozent Kohlendioxid, für Himbeeren und Brombeeren 10 bis 20 Prozent Kohlendioxid bei 5 bis 10 Prozent Sauerstoff sowie für Heidelbeeren 10 bis 15 Prozent Kohlendioxid bei 1 bis 10 Prozent Sauerstoff. Kohlendioxid bremst Botrytis, oberhalb von 20 Prozent drohen jedoch Verfärbung, Erweichung und Fehlaromen. Ausgeführt wird das üblicherweise als Palettenhaube und nicht in der einzelnen Schale, weshalb es Handhabung und Abladezeit an Ihrer Rampe verändert. Wenn Sie damit beliefert werden möchten, gehört es in die Spezifikation.

Der übliche Weg ab dieser Herkunft ist der Kühllastwagen über die Fähre von Tanger Med nach Algeciras und von dort über Land. Die Überfahrt selbst dauert rund zwei Stunden. Luftfracht ist bei marokkanischen Beeren in den deutschsprachigen Handel nicht der Regelfall, weil die Entfernung die Kosten nicht rechtfertigt. Der kritische Punkt der Strecke ist nicht die Fahrzeit, sondern die Wartezeit vor der Verladung: Die Tanger Med Port Authority weist für 2024 rund 517.000 abgefertigte Lastwagen und zwei Stunden durchschnittliche Abfertigung in der Exportzone aus, an Spitzentagen berichtet die marokkanische Fachpresse von deutlich längeren Zeiten. Eine Laufzeit in Tagen nennen wir deshalb je Sendung und nicht pauschal.

Verbindlich wird eine Menge erst mit unserer Auftragsbestätigung. Bis dahin gilt für jede Handelsform auf dieser Seite der Status „Verfügbarkeit auf Anfrage“, auch mitten im Hauptfenster.