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MOROCCOFRUIT TRADE, zur Startseite

Allgemeine Informationen

Für Datteln gilt keine EU-Vermarktungsnorm, an ihre Stelle treten die UNECE-Norm DDP-08 als Handelsmaßstab und Ihre eigene Spezifikation. Maßgeblich ist der Feuchtigkeitsgehalt, weil er über Konsistenz, Lagerführung und Haltbarkeit entscheidet. Diese Seite beschreibt vier Handelsformen: Medjool, Deglet Nour, Boufeggous und Dattelpaste. Der Status lautet in jedem Monat Verfügbarkeit auf Anfrage.

Übliches Erntefenster
August bis November, erste Partien ab Ende Juli, Höhepunkt im September und OktoberFruiTrop Nr. 247, März 2017, Marktorientierung, keine Lieferzusage
Rechtsrahmen
keine EU-Vermarktungsnorm, weder eine allgemeine noch eine spezielleArtikel 1 Absatz 2 der Delegierten Verordnung (EU) 2023/2429 in Verbindung mit Anhang I Teile IX, X und XXIV der Verordnung (EU) Nr. 1308/2013
Handelsmaßstab
Klasse Extra, Klasse I und Klasse II, Mindestgewicht 4,0 Gramm je FruchtUNECE-Norm DDP-08 für ganze Datteln, kein EU-Recht
Feuchtigkeitsgehalt
höchstens 26 Prozent bei Sorten mit Rohrzucker und 30 Prozent bei Sorten mit Invertzucker, Deglet Nour im Naturzustand höchstens 30 ProzentUNECE-Norm DDP-08 für ganze Datteln
Lagerung und Transport
Zielbereich 50 bis 60 Prozent relative Luftfeuchte bei einem Wassergehalt der Ware von 14 bis 20 Prozent, feuchte Ware am oberen Rand der Spanne, Haltbarkeit etwa 6 bis 12 MonateTransport Information Service des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft
Status
Verfügbarkeit auf Anfragegilt in jedem Monat, auch im Erntefenster

Einordnung

Woher die Ware kommt und warum das Fenster im Sommer beginnt

Der marokkanische Dattelanbau liegt in den Oasenregionen des Südens, im Ziz-Tal und im Tafilalet um Errachidia sowie im Drâa-Tal um Ouarzazate und Zagora. Nach der Flächenaufteilung des marokkanischen Landwirtschaftsministeriums, wiedergegeben in einer Marktauswertung von 2017, entfallen auf Ouarzazate und Zagora rund 41 Prozent der Anbaufläche, auf Errachidia 29 Prozent und auf Tata 19 Prozent. Für das Jahr 2016 nennt die FAO knapp 57.000 Hektar Anbaufläche, die Erntemenge desselben Jahres lag bei etwa 128.000 Tonnen.

Die Ernte beginnt Ende Juli bis Anfang August und endet im Oktober oder November. Das Fenster ist damit deutlich enger als bei Frischware aus dem Souss. Verfügbar bleibt die Ware trotzdem über das Jahr, weil sie gekühlt und gefroren eingelagert wird. Was in einer bestimmten Kalenderwoche verladen werden kann, hängt danach am Lagerbestand und nicht am Ernteverlauf.

Zur Größenordnung gehört eine Einschränkung, die wir Ihnen nicht ersparen. Marokko ist beim Anbau ein großes Erzeugerland und beim Export ein kleines. Von den mehr als 120.000 Tonnen der Ernte 2016 gingen nach Branchenschätzung weniger als ein Prozent in den Export, nach Europa waren es im Jahr 2015 etwa 50 Tonnen. Die beiden Bezugsjahre fallen auseinander, weil Ernte- und Handelsstatistik in der zugrunde liegenden Auswertung von 2017 unterschiedlich weit fortgeschrieben sind. Der Binnenmarkt nimmt die Ernte auf, zusätzlich führt Marokko nach derselben Auswertung rund 70.000 Tonnen im Jahr ein. Wer marokkanische Datteln in europäischer Handelsmenge sucht, fragt deshalb früh an und rechnet mit begrenzten Partien.

Über die Ursprungsangabe entscheidet nicht diese Seite, sondern das Ursprungszeugnis der einzelnen Partie. Die seit Oktober 2025 geltende Regelung zur Angabe der Ursprungsregion für Erzeugnisse aus der Westsahara betrifft Obst und Gemüse im Sinne der Delegierten Verordnung (EU) 2023/2429. Datteln fallen nicht in den Anwendungsbereich dieser Verordnung, weil sie unter dem KN-Code 0804 10 00 laufen und in Anhang I Teil XXIV der Verordnung (EU) Nr. 1308/2013 unter den sonstigen Erzeugnissen stehen. Wir geben Ihnen je Partie an, was in den Papieren steht.

  • Das übliche Erntefenster der Herkunft liegt zwischen August und November, es ersetzt keine Aussage zu einer einzelnen Kalenderwoche.
  • Die Herkunftsangabe je Partie entnehmen Sie dem Ursprungszeugnis, nicht einer pauschalen Angabe auf dieser Seite.
  • Sorte, Feuchtigkeitsgehalt, Klasse nach der UNECE-Norm DDP-08, Gebinde und Palettierung legen wir vor der ersten Bestellung schriftlich fest.
Große dunkelbraune Datteln mit stark runzeliger, glänzender Haut liegen auf einem runden Holzteller, zwischen ihnen stecken zwei grüne Blätter. Der Teller steht auf einem zweiten Holzbrett vor grauem Stein.

Datteln, Handelsform

Medjool

Medjool ist die weiche Premiumsorte, spezifiziert wird sie über das Stückgewicht in Gramm.

Medjool, in Marokko als Majhoul geführt, ist eine weiche Dattel im Reifestadium Tamr. FruiTrop nennt ein Stückgewicht von 20 bis 30 Gramm, während die übrigen Sorten zwischen 6 und 11 Gramm liegen. Die ersten Medjool-Palmen gelangten in den 1930er Jahren aus Marokko nach Kalifornien. Angebaut wird die Sorte heute auch in Israel, Jordanien, Saudi-Arabien und den USA, weshalb die Herkunft in jede Anfrage gehört.

Die Größenbezeichnungen Jumbo, Large und Medium sind Bezeichnungen einzelner Packbetriebe und keine Normgrößen. Die UNECE-Norm DDP-08 kennt für ganze Datteln nur ein Mindestgewicht von 4,0 Gramm je Frucht sowie die drei Klassen. Zwischen den Anbietern verschieben sich die Grenzen um mehrere Gramm, eine als Jumbo bezeichnete Partie kann deshalb bei einem anderen Betrieb als Large laufen. Bestellen Sie über eine Gramm-Spanne je Frucht oder über eine Stückzahl je Kilogramm und führen Sie die Handelsbezeichnung nur zusätzlich.

Medjool ist wegen des hohen Feuchtegehalts die empfindlichste der hier genannten Handelsformen. In Marokko wird sie zu Saisonbeginn auf 0 bis minus 2 °C und im Erntehöhepunkt auf minus 18 °C heruntergekühlt, damit sie über das Jahr verfügbar bleibt. Ob eine Partie gefroren gelagert war und wie sie aufgetaut wurde, gehört deshalb in die Anfrage. Zu schnelles Auftauen schlägt Kondenswasser nieder, das die Frucht klebrig macht und die Gärung begünstigt.

Worauf der Einkauf achtet

  • Wiegen Sie das Stückgewicht nach, statt der Handelsbezeichnung zu vertrauen, denn Jumbo ist keine Normgröße.
  • Ordnen Sie einen weißen Belag unter der Lupe ein: Auskristallisierter Zucker bewegt sich nicht, Milben zeigen sich als weißliche, sich langsam bewegende Punkte.
  • Prüfen Sie den Kartonboden auf ausgetretenen Sirup, er bildet sich oberhalb von 25 °C und beschädigt die Nachbarladung.
  • Fragen Sie den Auftauverlauf ab, denn gefrorene Ware braucht einen kontrollierten Temperaturanstieg.
  • Zählen Sie Stielreste und Teile des Fruchtstandes, die Norm lässt sie nur im Rahmen der Toleranzen zu.
Mehrere schlanke hellbraune Datteln mit fein gerunzelter Haut liegen vor weißem Hintergrund. Eine von ihnen sitzt noch an einem hellen Stielstück, bei den übrigen sind die Stielansätze zu erkennen.

Datteln, Handelsform

Deglet Nour

Deglet Nour ist die halbtrockene zweite große Handelssorte, sie wird am Zweig, lose oder entsteint gehandelt.

Deglet Nour ist eine halbtrockene Dattel und im europäischen Markt die zweite große Handelssorte. Der Schwerpunkt der Erzeugung liegt in Tunesien und Algerien, daneben in Israel und den USA. Marokkanische Ware dieser Sorte trägt den Export nicht. Wir führen die Handelsform hier, weil sie in fast jeder Dattelspezifikation als Vergleichsmaßstab auftaucht und weil sie sich in Lagerung und Haltbarkeit deutlich von Medjool unterscheidet.

Für den Feuchtigkeitsgehalt setzt die UNECE-Norm DDP-08 eine eigene Grenze: Deglet Nour darf im Naturzustand höchstens 30 Prozent aufweisen. Allgemein liegt die Obergrenze bei 26 Prozent für Sorten mit Rohrzucker und bei 30 Prozent für Sorten mit Invertzucker. Der niedrigere Wassergehalt gegenüber Medjool ist der Grund dafür, dass diese Ware ohne durchgehende Kühlkette läuft.

Handelsüblich sind drei Aufmachungen: am Zweig, lose als Einzelfrucht sowie entsteint. Für Zweigware verlangt die Norm eine Stiellänge von mindestens 10 Zentimetern mit etwa vier Früchten je Zweig und lässt höchstens 10 Prozent lose Früchte zu. Entsteinte Ware wird vielfach von Hand entkernt und anschließend pasteurisiert. Beides gehört in das Datenblatt, weil Handentkernung und Wärmebehandlung die mikrobiologische Bewertung der Partie verändern.

Worauf der Einkauf achtet

  • Halten Sie den Feuchtigkeitsgehalt aus dem Analysezertifikat gegen die Grenze der Norm, bei dieser Sorte sind es 30 Prozent im Naturzustand.
  • Zählen Sie bei Zweigware die losen Früchte am Kartonboden und halten Sie das Ergebnis gegen die Grenze von 10 Prozent.
  • Zähe, harte Früchte zeigen eine Austrocknung an. Sie setzt unterhalb von 60 Prozent relativer Luftfeuchte im Lager ein.
  • Fragen Sie bei entsteinter Ware nach Pasteurisierung und nach Trennmitteln, beides ist kennzeichnungsrelevant.
  • Steinreste in entsteinter Ware sind ein Fremdkörperbefund und kein Schönheitsfehler.
Dicht gepackte längliche Datteln füllen das ganze Bild. Ihre glänzende Haut reicht von rotbraun bis fast schwarz und zeigt feine Längsfalten, an einzelnen Früchten sitzt noch ein heller Stielansatz.

Datteln, Handelsform

Boufeggous

Boufeggous ist eine marokkanische Landsorte aus den Oasen um Ouarzazate und Zagora.

Boufeggous, auch Fegousse oder Bofkousse geschrieben, ist eine marokkanische Landsorte mit aromatischem, leicht karamellisiertem Geschmack und mittelweicher Konsistenz. Verbreitet ist sie in den Regionen Ouarzazate und Zagora, also im Drâa-Tal. Marokko pflanzt sie im Rahmen des Programms Maroc Vert neben Majhoul bevorzugt neu an.

Der marokkanische Palmenbestand besteht überwiegend aus nicht bestimmten Sorten, die im Handel unter der Sammelbezeichnung Khalt laufen und geringen Handelswert haben. Die benannten Sorten Majhoul, Boufeggous, Aziza und Jihel machen zusammen mit der bayoudresistenten Neuzüchtung Nejda nur etwa 20 Prozent des Bestandes aus. Wer Boufeggous bestellt, bestellt deshalb keine beliebig verfügbare Ware, sondern eine Position, die je Betrieb und Erntejahr geprüft werden muss.

Eine eigene Größentabelle gibt es für diese Sorte nicht. Spezifiziert wird über Stückgewicht, Feuchtigkeitsgehalt und Klasse nach der UNECE-Norm, dazu über die Aufmachung. Nennen Sie uns außerdem die gewünschte Anbauregion, weil Ware aus dem Drâa-Tal und Ware aus dem Tafilalet getrennt gehandelt werden.

Worauf der Einkauf achtet

  • Lassen Sie sich die Sortenechtheit belegen, weil im Erzeugerland unbestimmte Khalt-Sorten den Bestand dominieren.
  • Prüfen Sie den Geruch auf Gärung, denn ein eingeleiteter Gärungsprozess durchdringt sauerteigartig die ganze Partie.
  • Suchen Sie nach Schimmelfäden, die mit bloßem Auge sichtbar sind. Die Mindestanforderungen der Norm schließen sie aus.
  • Fordern Sie den Behandlungsnachweis an, denn Schädlingsbefall hat seinen Ursprung meist im Erzeugerland.
  • Fragen Sie das Erntejahr auf dem Packstück ab, es ist nach der Norm eine freiwillige Angabe und im Lagergeschäft trotzdem entscheidend.
Ein rechteckiger Block matt brauner Dattelpaste liegt auf hellem Stein, die Schnittfläche zeigt eine feine faserige Struktur. Daneben liegen einige ganze Datteln.

Datteln, Handelsform

Dattelpaste

Dattelpaste ist Industrieware für Backwaren und Riegel, spezifiziert wird sie über ein Datenblatt statt über eine Warennorm.

Dattelpaste entsteht aus entsteinten Datteln, die zerkleinert und zu Blockware verarbeitet werden. Abnehmer sind Bäckereien, Hersteller von Riegeln und Süßwaren sowie die Konfitürenherstellung. Die UNECE-Norm DDP-08 gilt für ganze Datteln und deckt diese Form nicht ab. Auch der Codex-Standard für Datteln erfasst sie nicht, er gilt ausdrücklich für ganze Früchte in verzehrfertiger Aufmachung und nicht für Stücke, für Mus oder für Ware zur industriellen Weiterverarbeitung.

An die Stelle einer Warennorm tritt damit das Datenblatt. Abzufragen sind Zutatenverzeichnis, Feuchtigkeitsgehalt, Konservierungsstoffe, Ausgangssorte und Herkunft. Eine Paste aus einer einzigen Sorte verhält sich in der Verarbeitung anders als eine Mischung, weil Zuckerzusammensetzung und Wasserbindung auseinanderlaufen. Wer die Paste in eine bestehende Rezeptur einsetzt, legt die Zielspanne der Feuchte vorher fest.

Handelsüblich sind Kartons von 12,5 bis 25 kg mit Folienauskleidung, im Bio-Bereich auch kleinere Gebinde ab etwa 6 kg. Die Belegung der Palette folgt dem Kartongewicht und bestimmt den Frachtanteil je Kilogramm, deshalb gehört sie in die Anfrage. Für die Rückverfolgbarkeit gilt eine Besonderheit: Paste fasst in aller Regel mehrere Ausgangspartien zusammen, die Chargenbildung sollten Sie sich beschreiben lassen.

Worauf der Einkauf achtet

  • Lesen Sie das Zutatenverzeichnis, denn reine Paste enthält ausschließlich Datteln.
  • Fragen Sie Konservierungsstoffe und Zuckerzusatz ab, beide sind kennzeichnungspflichtig.
  • Halten Sie den Feuchtigkeitsgehalt gegen Ihre Rezeptur, er bestimmt Teigführung und Ausbeute.
  • Vereinbaren Sie die Lagertemperatur, weil Paste in der Wärme nachdunkelt und Sirup abgeben kann.
  • Halten Sie Chargenbildung und Rückverfolgbarkeit bis zur Ausgangspartie schriftlich fest.

Saison

Lieferfenster im Jahresverlauf

Das übliche Erntefenster der Herkunft reicht von August bis November, erste Partien fallen bereits Ende Juli an, den Höhepunkt bilden September und Oktober. Datteln sind lagerfähig und werden gekühlt oder gefroren über das Jahr vermarktet, weshalb wir auch außerhalb des Erntefensters anfragen. Der Status bleibt in jedem Monat Verfügbarkeit auf Anfrage.

Hauptfenster Datteln: Ernte Ende Juli bis November, Lagerware ganzjährig. Das sind vier von zwölf Monaten. Im Fenster liegen August, September, Oktober und November. Außerhalb liegen Januar, Februar, März, April, Mai, Juni, Juli und Dezember. Der Status lautet Verfügbarkeit auf Anfrage.

Das Hauptfenster umfasst Ernte Ende Juli bis November, Lagerware ganzjährig. Das sind vier von zwölf Monaten.

  • Monat im Hauptfenster
  • Monat außerhalb

Ein Quartal heißt voll, wenn alle drei Monate im Hauptfenster liegen. Es heißt teils, wenn ein oder zwei Monate darin liegen. Es heißt ohne, wenn kein Monat darin liegt.

Diese Angabe beschreibt das übliche Erntefenster. Sie ist eine Marktorientierung und keine Lieferzusage. Verbindlich wird ein Lieferfenster erst mit der Auftragsbestätigung.

Transport und Temperatur

Temperatur, Luftfeuchte und warum Datteln keine Kühlkettenware im üblichen Sinn sind

Datteln sind kein Frischprodukt mit laufender Atmung. Der Transport Information Service des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft ordnet sie der biotischen Aktivität dritter Ordnung zu: Die Atmung ist unterbrochen, biochemische und mikrobielle Zersetzungsvorgänge laufen weiter. Gekühlt oder gefroren wird deshalb nicht, um eine Reifung zu bremsen, sondern um Schädlingsentwicklung, Sirupbildung und Gärung zu verhindern.

Dieselbe Quelle nennt für die Lagerung einen Zielbereich von 50 bis 60 Prozent relativer Luftfeuchte bei einem Wassergehalt der Ware von 14 bis 20 Prozent. Nach oben und nach unten begrenzen zwei Schwellen diesen Bereich. Oberhalb von 70 Prozent neigen Datteln zu Schimmel, zu Befall mit Hefepilzen und zur Gärung. Unterhalb von 60 Prozent setzt das Austrocknen ein, die Frucht gibt Wasser ab und wird zäh und hart. Wo innerhalb des Zielbereichs eine Partie zu führen ist, entscheidet ihr Wassergehalt: Trockenware am unteren Ende von 14 Prozent verträgt die niedrigeren Werte, weiche Ware mit 20 Prozent Wassergehalt läuft am oberen Rand um 60 Prozent, weil sie sonst austrocknet. Als günstige Reisetemperatur nennt derselbe Dienst 4 bis 20 °C, ohne dabei nach Sorte und Reisedauer zu unterscheiden. Wir führen den Wert deshalb als Anhalt und nicht als Vorgabe. Maßgeblich bleibt die Vorgabe des Versenders, weil sie den Feuchtegehalt der konkreten Partie berücksichtigt.

Zwei Temperaturschwellen bestimmen die Kalkulation. Unterhalb von 10 °C wird die Milbenentwicklung gehemmt. Oberhalb von 25 °C bildet sich Sirup. Die Ware kann dann gären sowie dunkel und fleckig werden, austretender Sirup beschädigt zudem die Nachbarladung und lässt sich aus einem Container nur schwer entfernen. Aus demselben Grund gehören Container unter Deck.

Bei eingehaltener Temperatur und Luftfeuchte nennt der Transport Information Service für Trockendatteln eine Haltbarkeit von etwa 6 bis 12 Monaten. Weiche Sorten wie Medjool laufen kürzer, sie werden im Erzeugerland zu Saisonbeginn auf 0 bis minus 2 °C und im Erntehöhepunkt auf minus 18 °C gebracht. Die Mindestrestlaufzeit sowie ihren Bezugspunkt vereinbaren wir schriftlich, ebenso den Umgang mit gefrorener Ware am Wareneingang.

  • Die Zieltemperatur steht je Sendung im Transportauftrag, gefrorene und gekühlte Partien laufen getrennt.
  • Der Temperaturlogger liegt in der Ladung und nicht am Kühlaggregat, sonst ist der Messwert im Streitfall wertlos.
  • Datteln sind stark geruchsempfindlich, eine gemeinsame Ladung mit Zwiebeln oder anderem Lauchgemüse scheidet damit aus.
  • Fordern Sie das Behandlungs- oder Begasungsattest an, der Transport Information Service nennt es ausdrücklich.
  • Ein Massenverlust von etwa 1 bis 2 Prozent durch Feuchtigkeitsabgabe ist eingeplant und kein Fehlbestand.
  • Die Mindestrestlaufzeit vereinbaren wir in Tagen mit Bezugspunkt, also ab Packdatum oder ab Wareneingang.

Fragen und Antworten

Häufige Fragen zu Datteln

Antworten auf das, was der Einkauf zu Datteln regelmäßig fragt.

Nein. Die Delegierte Verordnung (EU) 2023/2429 gilt nach ihrem Artikel 1 Absatz 2 für den Sektor Obst und Gemüse, für getrocknete Feigen, getrocknete Weintrauben und getrocknete Früchte des KN-Codes ex 0813 sowie für Bananen. Datteln laufen unter dem KN-Code 0804 10 00 und stehen in Anhang I Teil XXIV der Verordnung (EU) Nr. 1308/2013 unter den sonstigen Erzeugnissen. Als Handelsmaßstab dient stattdessen die UNECE-Norm DDP-08 für ganze Datteln, sie ist kein Unionsrecht und wirkt nur, soweit sie im Vertrag vereinbart ist. Unabhängig davon gilt das allgemeine Lebensmittelrecht mit Kennzeichnung, Rückverfolgbarkeit und Höchstgehalten.

Jumbo, Large und Medium sind Bezeichnungen einzelner Packbetriebe und keine Normgrößen. Die UNECE-Norm DDP-08 kennt für ganze Datteln nur ein Mindestgewicht von 4,0 Gramm je Frucht sowie die Klassen Extra, I und II. Handelsüblich liegt Jumbo bei etwa 22 bis 27 Gramm je Frucht, Large bei etwa 18 bis 23 Gramm und Medium bei etwa 16 bis 18 Gramm, die Grenzen verschieben sich zwischen den Anbietern jedoch um mehrere Gramm. Bestellen Sie deshalb über eine Gramm-Spanne je Frucht oder über eine Stückzahl je Kilogramm und führen Sie die Handelsbezeichnung nur zusätzlich.

Datteln für den Export werden im Stadium Tamr geerntet, der vollen Reife. Die Einteilung in weiche, halbtrockene und trockene Datteln beschreibt genau dieses Stadium, sie bezieht sich auf Textur und Biegsamkeit der ausgereiften Frucht. Die früheren Stufen Khalal und Rutab bezeichnen unreife beziehungsweise beginnend weich werdende Früchte, sie werden überwiegend regional und frisch vermarktet. Für eine europäische Bestellung ist deshalb nicht die Reifestufe die Bestellangabe, sondern der Feuchtigkeitsgehalt zusammen mit Sorte und Klasse.

In den meisten Fällen handelt es sich um auskristallisierten Zucker, der bei Temperaturschwankungen an die Oberfläche tritt. Er ist ein optischer Mangel und kein Verderb. Die Unterscheidung zum Milbenbefall führen Sie mit einer Lupe: Der Transport Information Service beschreibt Milben als weißliche, sich langsam bewegende Punkte, während auskristallisierter Traubenzucker unbewegt bleibt. Milbenbefall ist ein Mangel, die Mindestanforderungen der UNECE-Norm schließen lebende Schädlinge in jedem Entwicklungsstadium aus. Prüfen Sie in diesem Fall auch die unteren Lagen und fordern Sie den Behandlungsnachweis an.

Das hängt am Feuchtigkeitsgehalt. Halbtrockene Ware wie Deglet Nour läuft handelsüblich ohne durchgehende Kühlkette, weiche Ware wie Medjool wird gekühlt oder gefroren geführt, um Haltbarkeit und Beschaffenheit zu sichern. Die Kühlung dient dabei nicht der Reifesteuerung, sondern hemmt Schädlingsentwicklung, Sirupbildung und Gärung. Der Transport Information Service nennt 4 bis 20 °C als günstige Reisetemperatur bei einem Zielbereich von 50 bis 60 Prozent relativer Luftfeuchte und weist darauf hin, dass sich oberhalb von 25 °C Sirup bildet. Nach Sorte und Reisedauer unterscheidet er dabei nicht, weshalb wir den Wert als Anhalt führen. Die konkrete Vorgabe holen wir je Partie beim Versender ein und halten sie im Transportauftrag fest.

Verbindlich wird eine Menge erst mit unserer Auftragsbestätigung. Bis dahin gilt für jede Handelsform auf dieser Seite der Status „Verfügbarkeit auf Anfrage“, auch mitten im Hauptfenster.