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MOROCCOFRUIT TRADE, zur Startseite

Allgemeine Informationen

Bei Steinobst entscheiden vier Angaben über den Artikel: Handelsform, Fleischfarbe, Größe und Reifezustand bei Verladung. Die Fleischfarbe ist dabei keine Geschmacksfrage, sondern eine Pflichtangabe auf dem Packstück. Diese Seite nennt je Handelsform die Werte für Ihre Spezifikation sowie den Temperaturbereich, in dem Pfirsiche und Nektarinen mehlig werden. Die Verfügbarkeit prüfen wir je Kalenderwoche.

Handelsformen
Pfirsiche, Nektarinen und Plattpfirsiche, jeweils gelb- oder weißfleischig
Handelsklassen
Klasse Extra, Klasse I, Klasse IIDelegierte Verordnung (EU) 2023/2429, Anhang I Teil B, Teil 5
Größensortierung
nach Durchmesser, Gewicht oder Stückzahl, Größencodes von D bis AAAADelegierte Verordnung (EU) 2023/2429, Anhang I Teil B, Teil 5
Mindestreife
refraktometrischer Index des Fruchtfleisches von mindestens 8 °BrixDelegierte Verordnung (EU) 2023/2429, Anhang I Teil B, Teil 5
Transporttemperatur
0 bis 1 °C, im Bereich 2 bis 8 °C entsteht WolligkeitTransport Information Service des GDV
Status
Verfügbarkeit auf Anfrage

Einordnung

Marokkanisches Steinobst im europäischen Frühsommer

Steinobst ist eine Warengruppe mit kurzem Fenster. Pfirsiche und Nektarinen kommen aus der Nordhalbkugel über wenige Monate im Frühsommer, danach steht der europäische Markt bis zum Winter auf Ware aus Übersee oder auf Lagerware anderer Obstarten um. Wer Steinobst einkauft, plant deshalb nicht in Monaten, sondern in Kalenderwochen.

Der Schwerpunkt des marokkanischen Steinobstanbaus liegt im Norden des Landes, in der Ebene von Saïss um Meknès sowie in den angrenzenden Höhenlagen des Mittleren Atlas. Ausschlaggebend dafür ist die Winterkälte: Pfirsich und Nektarine brauchen eine bestimmte Zahl an Kältestunden unter etwa 7 °C, damit sie im Frühjahr gleichmäßig austreiben und blühen. In tieferen, milderen Lagen gelingt das nur mit Sorten, die mit wenig Winterkälte auskommen.

Daraus folgt der zeitliche Ablauf der Saison. Die frühen Partien stammen aus tiefer gelegenen Regionen und setzen vor dem Schwerpunkt der Saison schon im April ein, die Kernregionen um Meknès liefern erfahrungsgemäß von Juni bis August. Das Fenster überschneidet sich damit weitgehend mit der europäischen Hauptsaison, weshalb marokkanische Ware im deutschsprachigen Handel eher als Ergänzung im Sortiment steht als in einer Angebotslücke. Amtliche Zahlen zu Fläche und Erntemenge liegen uns nicht in belastbarer Form vor, weshalb diese Seite keine nennt.

Zur Herkunftsangabe gehört ein Hinweis, den der Einkauf kennen muss. Für Obst und Gemüse mit Ursprung in den Regionen Laâyoune-Sakia El Hamra sowie Dakhla-Oued Eddahab tritt seit dem 4. Oktober 2025 die Angabe der Ursprungsregion an die Stelle der Landesangabe. Grundlage sind der Beschluss (EU) 2025/2022 des Rates vom 2. Oktober 2025 sowie die Delegierte Verordnung (EU) 2025/2652, die dazu die Vermarktungsnormen ändert. Wir behaupten deshalb keine einheitliche Herkunft für das gesamte Sortiment. Welche Angabe für eine konkrete Partie gilt, ergibt sich aus dem Ursprungsnachweis, der die Sendung begleitet.

  • Das übliche Erntefenster der Herkunft liegt im Frühsommer, es ersetzt keine Aussage zu einer einzelnen Kalenderwoche.
  • Handelsform, Fleischfarbe, Größencode oder Kaliberspanne, Handelsklasse, Gebinde und Reifezustand bei Verladung legen wir vor der ersten Bestellung schriftlich fest.
  • Die Herkunftsangabe je Charge entnehmen Sie den Ursprungsdokumenten, nicht einer pauschalen Angabe auf dieser Seite.
Reife Pfirsiche mit samtig behaarter Schale liegen in einer Holzsteige, davor liegt eine halbierte Frucht mit hellem Fruchtfleisch und Stein.

Steinobst, Handelsform

Pfirsiche

Der Pfirsich trägt eine behaarte Schale und ist damit im Handel gegen die glattschalige Nektarine abgegrenzt.

Pfirsich und Nektarine gehören derselben Art an. Die Vermarktungsnorm fasst sie in einem Text zusammen und erfasst darin Sorten, die aus Prunus persica Sieb. und Zucc. hervorgegangen sind und in frischem Zustand an den Verbraucher geliefert werden. Ware für die industrielle Verarbeitung nimmt sie ausdrücklich aus. Für die Bestellung heißt das: Wer Konserven- oder Verarbeitungsware meint, kann sich nicht auf die Klassen dieser Norm berufen.

Neben der Größe entscheidet die Farbe des Fruchtfleisches über den Artikel. Sie ist nach der Norm auf jedem Packstück anzugeben, der Sortenname dagegen ist wahlfrei. Gelbfleischige Ware ist im deutschsprachigen Handel die Standardposition, weißfleischige Ware wird gesondert bestellt und gesondert kalkuliert. Wer die Fleischfarbe in der Bestellung nicht nennt, findet sie bei Wareneingang trotzdem auf dem Karton, hat dann aber keine eigene Vorgabe, gegen die er prüfen kann.

Ein zweites Merkmal betrifft die Verwendung: Beim steinlösenden Pfirsich, im Handel als Freestone geführt, löst sich das Fruchtfleisch vom Stein, beim nicht steinlösenden Clingstone haftet es daran. Dazwischen liegen Sorten, die als Semi-Freestone bezeichnet werden. Im französischsprachigen Handel trägt der behaarte, am Stein haftende Typ den eigenen Namen Pavie, die glattschalige Entsprechung heißt Brugnon. Für den Frischverzehr sowie für alles, was von Hand geteilt wird, ist die steinlösende Ware die einfachere Wahl. Wer halbiert weiterverarbeitet, prüft dieses Merkmal vor der ersten Bestellung, weil es die Ausbeute bestimmt.

Steinobst ist druckempfindlich und reift nach der Ernte weiter. Der Reifezustand bei Verladung entscheidet deshalb darüber, in welchem Zustand die Ware ankommt. Eine Angabe wie fest oder essreif ist ohne Messverfahren nicht prüfbar. Die Festigkeit wird mit dem Penetrometer bestimmt, also mit einem Prüfstempel, der an zwei gegenüberliegenden Wangen der geschälten Frucht eingedrückt wird. Zielwert, Stempeldurchmesser und Zahl der Messungen je Charge gehören in die Spezifikation.

Worauf der Einkauf achtet

  • Risse in der Stielgrube schließt die Norm über die Mindesteigenschaften aus. Das gilt in allen drei Klassen.
  • Druckstellen bleiben in Klasse I auf 1 cm² begrenzt. In Klasse II sind Quetschungen bis 2 cm² zulässig, eine leichte Verfärbung eingeschlossen.
  • Hautfehler bleiben in Klasse I auf 1,5 cm Länge bei länglichen Fehlern und auf 1 cm² bei anderen Fehlern begrenzt, in Klasse II auf 2,5 cm beziehungsweise 2 cm².
  • Die Farbe des Fruchtfleisches auf dem Packstück ist gegen die Bestellung prüfbar. Eine Abweichung an dieser Stelle ist ein Kennzeichnungsfehler und keine Geschmacksfrage.
  • Mehligkeit ist von außen nicht zu erkennen. Sie zeigt sich erst im Anschnitt oder beim Verzehr, deshalb gehört ein Rückstellmuster je Partie zur Warenannahme.
Rot und gelb gefärbte Nektarinen mit glatter, glänzender Schale liegen dicht übereinander.

Steinobst, Handelsform

Nektarinen

Die Nektarine ist ein Pfirsich mit glatter, unbehaarter Schale und im Handel eine eigene Position mit eigener Kennzeichnung.

Botanisch ist die Nektarine kein eigenes Obst, sondern eine Form des Pfirsichs. Die glatte Schale geht auf ein rezessives Erbmerkmal zurück, alles Übrige entspricht dem Pfirsich. Die Vermarktungsnorm behandelt beide in einem Text und trennt sie erst in der Kennzeichnung: Auf dem Packstück steht Pfirsiche oder Nektarinen, sofern der Inhalt von außen nicht sichtbar ist.

Für die Abwicklung ist die glatte Schale der entscheidende Unterschied. Die Behaarung des Pfirsichs fängt Reibung zwischen Frucht und Einlage ab, bei der Nektarine fehlt dieser Schutz. Abrieb, Scheuerstellen und beginnende Druckstellen zeichnen sich auf glatter Schale früher und deutlicher ab. Das schlägt nicht auf die Klassengrenzen durch, die für beide Formen gleich sind, sondern auf die Ausbeute nach dem Umschlag.

Auch bei der Nektarine ist die Farbe des Fruchtfleisches eine Pflichtangabe auf dem Packstück. Gelbfleischige Nektarinen bilden die Standardposition, weißfleischige Ware wird gesondert bestellt. Der Sortenname bleibt wahlfrei, weshalb eine Bestellung, die sich auf eine Sorte stützt, ohne ausdrückliche Vereinbarung nicht gegen das Etikett prüfbar ist.

Größensortierung, Mindestgrößen, Toleranzen und Reifeanforderung sind mit dem Pfirsich identisch. Die Norm kennt an dieser Stelle keine Sonderregel für Nektarinen, weshalb eine gemischte Anfrage über beide Formen mit einer einzigen Kaliberangabe arbeiten kann.

Worauf der Einkauf achtet

  • Abrieb und Scheuerstellen sind auf glatter Schale schon im Karton sichtbar. Sie fallen unter die Hautfehler und damit unter die Flächengrenzen der vereinbarten Klasse.
  • Die Norm verlangt in allen Klassen Freiheit von anomaler äußerer Feuchtigkeit. Kondenswasser im Karton nach dem Umschlag begünstigt Monilinia und Rhizopus.
  • Eine tiefe Ausfärbung der Schale ist bei Nektarinen ein Sortenmerkmal und kein Reifemaß. Über den Reifezustand entscheidet die Festigkeit, nicht die Deckfarbe.
  • Weiche Stellen um den Stielansatz deuten auf Überreife bei Verladung hin. Die Restlaufzeit ist dann bereits verbraucht, bevor die Ware das Lager erreicht.
  • Wolligkeit lässt sich am Karton nicht feststellen. Ein Muster, das bei etwa 20 °C nachreift und danach angeschnitten wird, deckt sie auf.
Flache, scheibenförmige Plattpfirsiche mit eingesunkener Stielgrube und matter Schale liegen dicht nebeneinander.

Steinobst, Handelsform

Plattpfirsiche

Der Plattpfirsich ist eine flachwüchsige Form des Pfirsichs, im Handel auch als Paraguayo oder Saturnpfirsich geführt.

Der Plattpfirsich ist keine eigene Art, sondern eine Fruchtform innerhalb von Prunus persica, botanisch als Prunus persica var. platycarpa geführt. Die Frucht ist an den Polen abgeflacht, im Querschnitt scheibenförmig und trägt einen kleinen Stein. Der Handel führt sie unter mehreren Namen: Plattpfirsich im deutschsprachigen Raum, Paraguayo im spanischen Exportgeschäft sowie Saturn- oder Donutpfirsich im englischsprachigen. Der Begriff Weinbergpfirsich meint etwas anderes und wird gelegentlich damit verwechselt: Er bezeichnet rundfrüchtige, spät reifende Pfirsiche mit meist rotem Fruchtfleisch. Wer Plattpfirsiche bestellen will, verwendet deshalb einen der drei erstgenannten Namen.

Die flachwüchsige Nektarine läuft daneben als Platerina. Sie ist nicht nur eine Handelsbezeichnung, sondern eine eigene Position im Zolltarif der Europäischen Union: Die Unterposition 0809 30 20 90 führt sie ausdrücklich als flache Nektarine, Prunus persica var. platerina. Wer sie einführt, hat damit eine tarifliche Angabe, die eine Verwechslung mit runder Ware in den Dokumenten ausschließt.

Rechtlich fällt der Plattpfirsich unter dieselbe Vermarktungsnorm wie der runde Pfirsich. Klassen, Toleranzen, Reifeanforderung und Kennzeichnung sind identisch. Die flache Form führt jedoch dazu, dass die Frucht bei gleichem Querdurchmesser leichter ist als eine runde. Eine Bestellung, die nur ein Stückgewicht nennt, trifft bei dieser Form eine andere Ware als beabsichtigt. Die Angabe des Durchmessers oder des Größencodes ist hier die belastbarere Größe.

Im Handling ist der Plattpfirsich die empfindlichste der drei Formen. Die Frucht liegt mit einer flachen Seite auf dem Steigenboden auf, Druckstellen zeichnen sich dort großflächig ab statt punktuell. Einlagige Aufmachung mit Formeinlage ist hier keine Kostenfrage, sondern die Bedingung für eine brauchbare Ankunftsqualität.

Worauf der Einkauf achtet

  • Eine Bestellung nach Stückgewicht führt bei flacher Form zu einer anderen Ware als bei runder. Nennen Sie Durchmesser oder Größencode.
  • Druckstellen an den flachen Polen sind der typische Befund. Sie unterliegen in Klasse I der Grenze von 1 cm², in Klasse II der Grenze von 2 cm².
  • Der Stielansatz sitzt bei dieser Form in einer flachen Mulde. Risse in der Stielgrube sind über die Mindesteigenschaften in allen Klassen ausgeschlossen.
  • Die Norm verlangt keine gesonderte Kennzeichnung der Fruchtform. Wer Plattpfirsiche will, vereinbart die Bezeichnung ausdrücklich, sonst ist die Lieferung runder Ware normkonform.
  • Mehligkeit tritt bei dieser Form aus denselben Gründen auf wie bei runder Ware. Das Muster für den Reifetest gehört auch hier zur Warenannahme.

Saison

Lieferfenster im Jahresverlauf

Der Schwerpunkt des Erntefensters liegt im Frühsommer und reicht erfahrungsgemäß von Mai bis August, deshalb führt die Übersicht diese vier Monate. Einzelne frühe Sorten aus tieferen Lagen setzen schon im April ein, sie liegen damit vor dem Schwerpunkt, die Höhenlagen des Mittleren Atlas liefern an dessen Ende. Diese Angabe beschreibt den Saisonverlauf und ist keine Zusage für eine bestimmte Kalenderwoche.

Hauptfenster Steinobst: Mai bis August. Das sind vier von zwölf Monaten. Im Fenster liegen Mai, Juni, Juli und August. Außerhalb liegen Januar, Februar, März, April, September, Oktober, November und Dezember. Der Status lautet Verfügbarkeit auf Anfrage.

Das Hauptfenster umfasst Mai bis August. Das sind vier von zwölf Monaten.

  • Monat im Hauptfenster
  • Monat außerhalb

Ein Quartal heißt voll, wenn alle drei Monate im Hauptfenster liegen. Es heißt teils, wenn ein oder zwei Monate darin liegen. Es heißt ohne, wenn kein Monat darin liegt.

Diese Angabe beschreibt das übliche Erntefenster. Sie ist eine Marktorientierung und keine Lieferzusage. Verbindlich wird ein Lieferfenster erst mit der Auftragsbestätigung.

Transport und Temperatur

Temperatur, Wolligkeit und Restlaufzeit

Der Transport Information Service des GDV nennt für Pfirsiche eine Reisetemperatur von 0 bis 1 °C bei einer relativen Luftfeuchte von etwa 95 Prozent. Die Umluftrate liegt bei 60 bis 80fachem Luftwechsel je Stunde mit ständiger Frischluftzufuhr, der zulässige Kohlendioxidgehalt bei 0,5 Volumenprozent. Unter diesen Bedingungen gibt der TIS eine höchstzulässige Lagerdauer von 14 bis 28 Tagen an. Der Masseverlust durch Feuchtigkeitsabnahme bleibt dabei unter 1 Prozent.

Der für die Kühlkette entscheidende Punkt steht im selben Datenblatt und wird im Einkauf regelmäßig übersehen. Pfirsiche erleiden nach Angaben des TIS bei 2 bis 8 °C die sogenannte Wolligkeit, eine physiologische Störung, bei der die Früchte trocken und mehlig werden. Der Bereich, den ein Disponent aus Vorsicht wählt, weil er kalt genug wirkt und keinen Frostschaden riskiert, ist genau der Bereich, der den Schaden auslöst.

Physiologisch entsteht die Störung, weil der Abbau der Zellwand bei Kältestress aus dem Takt gerät. Die Enzyme, die das Pektin zerlegen, arbeiten unter diesen Temperaturen nicht mehr im gleichen Verhältnis zueinander. Das nur teilweise abgebaute Pektin bindet Wasser im Gewebe, statt es beim Reifen als Saft freizugeben. Die Frucht wird weich, ohne saftig zu werden. Daraus folgt die Regel für die Kühlkette: Der Bereich zwischen 2 und 8 °C ist zu durchfahren, nicht zu halten. Eine durchgehend bei 0 bis 1 °C geführte Partie kommt in besserem Zustand an als eine, die mehrere Tage bei 5 °C stand.

Für die Warenannahme ist entscheidend, dass der Schaden von außen nicht zu sehen ist. Die Frucht sieht aus wie Klasse I, sie ist ausgefärbt, sie gibt beim Drücken nach. Erst der Anschnitt zeigt trockenes, faseriges Fruchtfleisch ohne Saftaustritt. Zu diesem Zeitpunkt ist die Ware in aller Regel bereits abgenommen. Wir empfehlen deshalb zwei Maßnahmen: ein Rückstellmuster je Partie, das bei etwa 20 °C nachreift und danach angeschnitten wird, sowie ein Temperaturprotokoll aus der Ladung. Eine Messung am Kühlaggregat ersetzt dieses Protokoll nicht.

Steinobst produziert viel Ethylen und reagiert selbst stark darauf. Der TIS gibt eine Ethylenproduktion von 10 bis 100 µl je Kilogramm und Stunde an und stuft die Empfindlichkeit als hoch ein. Für Mischladungen heißt das: Steinobst gehört nicht mit ethylenempfindlicher Ware in denselben Laderaum. Die für Ihren Wareneingang benötigte Restlaufzeit halten wir je Artikel in der Spezifikation fest und nicht pauschal für die Warengruppe.

  • Die Reisetemperatur liegt bei 0 bis 1 °C, die relative Luftfeuchte bei etwa 95 Prozent.
  • Der Bereich 2 bis 8 °C löst Wolligkeit aus. Er ist zu durchfahren, nicht zu halten.
  • Die höchstzulässige Lagerdauer liegt bei 14 bis 28 Tagen, der Kohlendioxidgehalt bei höchstens 0,5 Volumenprozent.
  • Die Ethylenproduktion beträgt 10 bis 100 µl je Kilogramm und Stunde, die Ethylenempfindlichkeit ist hoch.
  • Das übliche Gebinde ist die flache, einlagige Steige mit geformter Einlage und einem Inhalt von 7 bis 10 kg.
  • Ein Rückstellmuster, das bei etwa 20 °C nachreift, deckt Mehligkeit auf, solange die Partie noch im eigenen Lager liegt.
Hoch gestapelte leere Kunststoffsteigen in Weiß, Blau und Grün stehen dicht an dicht vor einer Hallenwand.

Fragen und Antworten

Häufige Fragen zu Steinobst

Antworten auf das, was der Einkauf zu Steinobst regelmäßig fragt.

Botanisch handelt es sich um dieselbe Art, die Nektarine ist eine glattschalige Form des Pfirsichs. Die Vermarktungsnorm behandelt beide in einem Text, weshalb Klassen, Toleranzen, Mindestgrößen, Größencodes und die Reifeanforderung von 8 °Brix identisch sind. Getrennt werden sie erst in der Kennzeichnung, dort steht auf dem Packstück Pfirsiche oder Nektarinen. Praktisch relevant ist der Unterschied im Handling: Die Behaarung des Pfirsichs fängt Reibung ab, bei der glatten Nektarine fehlt dieser Schutz, weshalb Abrieb und Scheuerstellen dort früher sichtbar werden. Für eine gemischte Anfrage über beide Formen genügt deshalb eine einzige Kaliberangabe, die Aufmachung besprechen wir jedoch getrennt.

Die Ursache ist eine Kühlung im falschen Bereich. Der Transport Information Service nennt 2 bis 8 °C als den Bereich, in dem Pfirsiche die sogenannte Wolligkeit erleiden, also trocken und mehlig werden. Bei diesen Temperaturen gerät der Abbau der Zellwand aus dem Takt, das nur teilweise zerlegte Pektin bindet Wasser im Gewebe, statt es beim Reifen als Saft freizugeben. Kälter geführte Ware ist weniger betroffen, die Reisetemperatur liegt deshalb bei 0 bis 1 °C. Erkennbar ist der Schaden von außen nicht: Die Frucht ist ausgefärbt und gibt beim Drücken nach, erst der Anschnitt zeigt faseriges Fruchtfleisch ohne Saftaustritt. Ein Rückstellmuster, das bei etwa 20 °C nachreift und danach angeschnitten wird, deckt den Befund auf, solange die Partie noch bei Ihnen liegt.

Die Codes stehen für feste Spannen aus Durchmesser und Gewicht. D umfasst 51 bis 56 mm oder 65 bis 85 g, C 56 bis 61 mm oder 85 bis 105 g, B 61 bis 67 mm oder 105 bis 135 g, A 67 bis 73 mm oder 135 bis 180 g, AA 73 bis 80 mm oder 180 bis 220 g, AAA 80 bis 90 mm oder 220 bis 300 g sowie AAAA über 90 mm oder über 300 g. Ein Packbetrieb muss die Codes nicht verwenden. Verwendet er sie, sind die Werte der Tabelle verbindlich einzuhalten. Für eine Bestellung ist der Code deshalb die belastbarere Angabe als eine frei formulierte Kaliberspanne. Bei Plattpfirsichen bestellen Sie besser über den Durchmesser, weil die flache Frucht bei gleichem Durchmesser leichter ist als eine runde.

Ja. Die Vermarktungsnorm verlangt bei Pfirsichen und Nektarinen die Angabe der Farbe des Fruchtfleisches auf dem Packstück, also gelbfleischig oder weißfleischig. Der Name der Sorte ist dagegen wahlfrei. Für den Einkauf folgen daraus zwei Punkte. Die Fleischfarbe ist bei Wareneingang ohne Anschnitt gegen die Bestellung prüfbar, sie eignet sich damit als harte Bestellangabe. Eine Bestellung, die sich auf eine bestimmte Sorte stützt, ist ohne ausdrückliche Vereinbarung nicht gegen das Etikett prüfbar, weil der Sortenname dort fehlen darf. Wer weißfleischige Ware braucht, nennt sie deshalb ausdrücklich in der Anfrage, weil gelbfleischige Ware im deutschsprachigen Handel die Standardposition ist.

Die Begriffe beschreiben, ob sich das Fruchtfleisch vom Stein trennt. Beim steinlösenden Pfirsich, im Handel als Freestone geführt, löst sich das Fleisch beim Halbieren vom Stein. Beim nicht steinlösenden Clingstone haftet es daran, dazwischen liegen Sorten, die der Handel als Semi-Freestone bezeichnet. Die Vermarktungsnorm regelt dieses Merkmal nicht, es ist also keine Frage der Handelsklasse, sondern eine Sorteneigenschaft. Für den Frischverzehr und für alles, was von Hand geteilt wird, ist steinlösende Ware die einfachere Wahl, für eine Weiterverarbeitung in Hälften entscheidet das Merkmal über die Ausbeute. Nehmen Sie es deshalb in die Spezifikation auf, wenn Ihre Verwendung davon abhängt.

Verbindlich wird eine Menge erst mit unserer Auftragsbestätigung. Bis dahin gilt für jede Handelsform auf dieser Seite der Status „Verfügbarkeit auf Anfrage“, auch mitten im Hauptfenster.